Lesen lernen mit der Bibel in Indonesien

Aktion der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft zum Erntedankfest

Stuttgart, 30. September 2013. „Viele Christen in Indonesien sind Analphabeten, obwohl sie Gottes Wort gerne lesen würden.“ Darauf weist der ehemalige württembergische Landesbischof Eberhardt Renz in der Erntedank-Aktion der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft hin. In ländlichen Regionen fehlt oft der Zugang zu einer staatlichen Bildungseinrichtung. Die Indonesische Bibelgesellschaft bietet daher in vielen Dörfern Leselernkurse mit der Bibel an.

„Nicht alle Menschen profitieren vom wirtschaftlichen Wachstum in unserem Land“, berichtet Harsiatmo Duta Pranowo, Generalsekretär der Indonesischen Bibelgeselschaft. Besonders in den abgelegenen Gebieten im Urwald der über 17.500 Inseln gebe es viele unterentwickelte Dörfer. Weil Schulen und Lehrer fehlten, sei die Zahl der Analphabeten dort hoch und es sei wichtig, die Menschen zu unterstützen.

Ein Bericht des Tübinger Theologiestudenten Christopher Pascher unterstreicht das Interesse an den Kursen. „Ich bin fasziniert von der Freude und dem Fleiß, mit dem die Christen anhand von Bibeltexten Lesen und Schreiben lernen, um Gottes Wort besser zu verstehen“, sagt Pascher, der in einem Auslandssemester die Leselernkurse im Dorf Kambong besucht hat.

„Die Lerngruppen waren sehr begeistert bei der Sache, ungeachtet der äußeren Umstände“, so der Theologiestudent. Zum Lernen sei nur abends Zeit, denn tagsüber müssten die Menschen auf Kautschuk- oder Reisplantagen arbeiten. Die Kurse werden an drei Abenden pro Woche in der Kirche abgehalten. Wenn es dunkel geworden ist, wird im Schein von Taschen- oder Öllampen unterrichtet, denn Strom durch dieselbetriebene Generatoren ist teuer. Am Ende des Leselernkurses erhält jeder Teilnehmende seine eigene Bibel.

Nach Angaben der Bibelgesellschaft wird in Indonesien zurzeit in 17 Übersetzungsprojekten gearbeitet. Zum Beispiel wird in der Mongondow-Sprache nach dem Neuen auch das Alte Testament übersetzt. Mongondow wird von einer halben Million Menschen in Nord-Sulawesi gesprochen. Die Bibel ist bisher in 30 indonesischen Sprachen vollständig übersetzt. Insgesamt werden im Vielvölkerstaat mehr als 700 Sprachen genutzt.

Die Weltbibelhilfe, Aktion der Deutschen Bibelgesellschaft, sammelt in Deutschland Spenden für die Arbeit der Bibelgesellschaften weltweit. Partner sind die im Weltverband der Bibelgesellschaften (UBS; United Bible Societies) zusammengeschlossenen Gesellschaften. Der Weltverband zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. In 70 Ländern mit mehr als 150 Projekten engagieren sich die Bibelgesellschaften für Leselernprogramme.

Weitere Informationen gibt es unter www.weltbibelhilfe.de

Ansprechpartner
Tobias Keil
Aktion Weltbibelhilfe
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Fax: (0711) 7181553 – 273
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Fotohinweis: Weltbibelhilfe