Bibelgesellschaft trauert um Eduard Lohse

Mitgründer und ehemaliger Vorsitzender im Alter von 91 Jahren verstorben

Stuttgart, 29. Juni 2015. Die Deutsche Bibelgesellschaft trauert um Professor Dr. Eduard Lohse. Der Gründungsvorsitzende der Deutschen Bibelgesellschaft (DGB) und ehemalige Präsident des Weltverbandes der Bibelgesellschaften ist am Dienstag, dem 23. Juni 2015, im Alter von 91 Jahren in Göttingen verstorben.

Als Landesbischof von Hannover und späterer Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland war er 1981 an der Gründung der Deutschen Bibelgesellschaft beteiligt. Lohse hatte damit wesentlichen Anteil daran, dass verlegerische Tätigkeit und bibelmissionarische Arbeit erstmals in einer deutschlandweiten Einrichtung gebündelt wurden.

Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der DBG, würdigt Lohse als bedeutenden Theologen und große Persönlichkeit der bibelgesellschaftlichen Tätigkeit. „Mit seiner Arbeit als Wissenschaftler und seinem Engagement für die DBG hat er einen unvergesslichen Beitrag für die Bibel im deutschsprachigen Raum und ihre Verbreitung weltweit geleistet“, so Rösel. Eduard Lohse war von 1981 bis 1987 Vorsitzender des Verwaltungsrats und der Vollversammlung der DGB. 1988 wurde er zum Präsidenten der United Bible Societies (UBS) – dem Weltverband der Bibelgesellschaften – gewählt.

Seine Amtszeit bei der Deutschen Bibelgesellschaft ist verbunden mit entscheidenden Übersetzungsprojekten des 20. Jahrhunderts wie der bis heute gültigen Revision der Lutherbibel Anfang der 1980er Jahre und dem Erscheinen der kompletten Gute Nachricht Bibel, der ersten kommunikativen Übersetzung in modernem Deutsch.

Die wissenschaftliche Laufbahn Lohses begann direkt nach dem 2. Weltkrieg mit dem Studium der Evangelischen Theologie in Bethel und Göttingen. Von 1956 bis 1964 war er Professor für Neues Testament an der Universität Kiel. Anschließend war er Dozent an der Georg-August-Universität Göttingen, später deren Rektor. Von 1971 bis 1988 war Lohse Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Vorsitzender des Rates der EKD war er von 1979 bis 1985. Bis zum Jahr 2000 war der gebürtige Hamburger Abt des Klosters Loccum.

svb