Zugang zur Bibel für gehörlose Menschen

Zeitschrift „Bibelreport“ zu Ausgaben in Gebärdensprachen

Stuttgart. Die Übersetzung der Bibel in Gebärdensprachen ist das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“. Bibelgesellschaften auf allen Kontinenten übersetzen biblische Schriften in verschiedene Gebärdensprachen, die für viele gehörlose Kinder und Erwachsene die Muttersprachen sind.

Mittlerweile arbeiten 22 Bibelgesellschaften an der Übersetzung der Bibel in Gebärdensprachen, darunter sind Projekte in Litauen, Dänemark, Kuba, Thailand und Japan. Die Gesellschaften kooperieren meist eng mit anderen Organisationen, die sich für die Belange gehörloser Menschen einsetzen. Im Weltbibelhilfe-Projekt stellt die Zeitschrift eine Initiative in Armenien vor. Die dortige Bibelgesellschaft hat ein Übersetzungs-Team mit jungen Leuten zusammengestellt, die selbst gehörlos sind. Sie übersetzen 365 biblische Geschichten für Kinder in die armenische Gebärdensprache. 500 DVDs will die Bibelgesellschaft nach Fertigstellung an bedürftige Jungen und Mädchen in Armenien verschenken.

Das Beispiel einer Gebärden-Übersetzung aus der Thailändischen Bibelgesellschaft können Interessierte im Internet unter www.die-bibel.de/bibelreport abrufen. Das Video zeigt eine Geschichte aus dem Markus-Evangelium. Unter der genannten Webadresse gibt es auch den „Bibelreport“ kostenlos als E-Paper zum Blättern.

Mehr als 70 Millionen Menschen weltweit sind laut Schätzungen gehörlos oder verfügen nur noch über wenig Resthörvermögen. Ihnen dienen häufig Gebärdensprachen als Mittel der Kommunikation. Dabei handelt es sich um eigenständige Sprachen mit eigenem Ursprung, eigener Struktur und Grammatik. Es geht daher nicht um die Übersetzung einer gesprochenen Sprache in Zeichen. Weltweit zählt man über 400 verschiedene Gebärdensprachen. In manchen Ländern werden mehrere verschiedene Gebärdensprachen benutzt.

Zwei Drittel aller gehörlosen Menschen weltweit leben in Entwicklungsländern. Dort gibt es wenige Schulen für betroffene Kinder. Bei den Bibelgesellschaften ist in den vergangenen Jahren das Bewusstsein dafür gewachsen, dass sich auch gehörlose Menschen die Bibel in ihrer Muttersprache wünschen. Die Sprache der Hörenden ist für sie eine Zweitsprache, und viele können zudem nicht lesen. Eine vollständige Bibel in Gebärdensprache gibt es bisher nicht. Ein Neues Testament ist bisher nur in amerikanischer Gebärdensprache erschienen.

In der Jahresserie des „Bibelreports“ zu besonderen Bibelausgaben der Reformation geht es dieses Mal um das sogenannte September-Testament Martin Luthers von 1522. Vorgestellt wird es von Dr. Christian Herrmann, Leiter der Abteilung Historische Sammlungen in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart.

Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und berichtet fünfmal im Jahr über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Übersetzung der Heiligen Schrift.

RTM

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www.die-bibel.de