Perspektiven bibelgesellschaftlicher Arbeit

Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft tagt in Schwerte

Stuttgart. Die Perspektiven bibelgesellschaftlicher Arbeit stehen im Mittelpunkt der 38. Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft am Montag und Dienstag, 11. und 12. Juni, im Haus Villigst im westfälischen Schwerte. Die Canstein-Medaille wird in diesem Jahr an den Sprachwissenschaftler und Theologen Dr. Dr. Roland Werner (Marburg) vergeben.

„Viele Menschen haben eine Bibel zuhause, finden aber keinen rechten Zugang zu ihren Texten und der Botschaft“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Am Anfang der bibelgesellschaftlichen Arbeit in Deutschland habe die Bibelverbreitung im Vordergrund gestanden. Doch für die Bibelgesellschaften weltweit sei es inzwischen mindestens ebenso wichtig, die Bibel ihren Leserinnen und Lesern zu öffnen. In der Vollversammlung geht es daher um Themen wie die Bibelgesellschaften als Partner der Kirchen, den „Bible-Life-Cycle“ und ein Bibel-Begegnungs-Modell.

„Die Publikation der Lutherbibel 2017 hat in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Teil der Arbeit in der Deutschen Bibelgesellschaft bestimmt“, so der Generalsekretär. Die Bibelgesellschaft freue sich, dass die revidierte Lutherbibel so positiv aufgenommen wurde, und mit der weiteren Arbeit an der BasisBibel bleibe das Thema Bibelübersetzung wichtig. Rösel: „Für uns geht jetzt darum, mit unseren bibelgesellschaftlichen Partnern in den Regionen, den Kirchen, Einrichtungen und Werken zu überlegen, was weitere aktuelle Herausforderungen sind und wie wir erfolgreich daran arbeiten können.“

Die Canstein-Medaille wird innerhalb der Vollversammlung am Montagabend (18.30 Uhr) an Dr. Dr. Roland Werner vergeben. Die Laudatio hält Dr. Christian Brenner, Leiter des Bereichs Kommunikation und Bibelprogramme bei der Deutschen Bibelgesellschaft. Die Medaille wird für besondere ehrenamtliche Verdienste bei der Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere ehrenamtliche bibelgesellschaftliche Arbeit verliehen. Namensgeber ist Freiherr Carl Hildebrandt von Canstein. Er gründete 1710 in Halle die erste Bibelgesellschaft der Welt, die von Cansteinsche Bibelanstalt. Preisträger der vergangenen Jahre waren der Alttestamentler Professor Dr. Christoph Levin (München), das Ehrenamtlichen-Team der Bibelgalerie Meersburg und Professor Dr. Christoph Kähler, ehemaliger Landesbischof Thüringens und Vorsitzender der von der Evangelischen Kirche in Deutschland initiierten Kommission zur Bearbeitung der Lutherbibel.

Zur Vollversammlung in Schwerte werden rund 60 Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Bibelgesellschaften sowie von evangelischen Freikirchen und christlichen Werken erwartet. Neben dem Schwerpunktthema werden die Vorsitzende des Aufsichtsrates und westfälische Präses Annette Kurschus und Generalsekretär Rösel die Jahresberichte halten. Außerdem wird aus der internationalen Arbeit der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) berichtet.

RTM