Unterwegs mit der Bibel in den Weiten Sibiriens

Weltbibelhilfe ruft zu Spenden für Bibelverbreitung auf

Stuttgart. Zu Spenden für die Bibelverbreitung in Sibirien ruft die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibel­gesellschaft auf. In den russischen Republiken Chakassien, Tuwa und Altai verbreitet die dortige Bibel­gesellschaft Bibeln, Kinderbibeln sowie Bibelpakete, die zusätzlich Lexika und Spiele enthalten. Empfän­ger sind unter anderem Familien, Schulen, Büchereien, Gefängnisinsassen und kirchliche Freizeiten.

„Mehrmals im Jahr sind meine Helfer und ich tagelang mit unserem Transporter unterwegs“, berichtet Alexey Bulatov, Leiter des Bibelhauses in Novosibirsk. „Wir geben Gottes Wort weiter, wo wir können.“ Bücher seien in abgelegenen Dörfern ein Luxusgut, das sich kaum einer leisten könne. Leute laden die Helfer in ihr Haus ein und erzählen von Problemen wie Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch und dem Wegzug vieler Frauen und Männer wegen fehlender Perspektiven. „Die Menschen sehnen sich nach Halt und Orientierung. In meinen Gesprächen lese ich deshalb gerne aus der Heiligen Schrift vor“, sagt Bulatov.

In vielen Dörfern gibt es laut Russischer Bibelgesellschaft keine Kirchengemeinden mehr, weil ein Großteil der Familien in die Städte gezogen ist. „Wir treffen Christen, für die der Weg zu einem Gottesdienst in der Stadt zu weit ist. Für sie ist eine eigene Bibel wie ein Schatz“, so der Bibelhaus-Leiter. Doch es werde zunehmend schwieriger, die Bibel in Sibirien zu verbreiten.

2016 wurde in Russland ein sogenanntes Anti-Terror-Gesetz mit hohen Strafen erlassen. Es soll religiösen Extremismus verhindern und schränkt missionarische Aktionen stark ein. „Viele Menschen sind verunsichert. Sie möchten keinen Ärger bekommen und sind zunehmend misstrauisch, wenn ich ihnen Bibeln geben möchte“, beklagt Bulatov. Das gelte vor allem für Großstädte. In den kleineren Städten und Dörfern sei er dagegen willkommen und die Bibelpakete seien sehr begehrt.

Der Schirmherr der Weltbibelhilfe und ehemalige Landesbischof Badens, Dr. Ulrich Fischer, hebt bei allen Widrigkeiten den unermüdlichen Einsatz für Gottes Wort in Sibirien hervor. „Doch um die Bibel kostenlos abzugeben, ist Alexey Bulatov auf Spenden angewiesen“, sagt der Theologe. Der Aufruf der Weltbibelhilfe richtet sich daher an alle Förderinnen und Förderer​, ohne deren Unterstützung gerade ärmere Familien keine Bibel bekommen könnten.

Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:
https://www.die-bibel.de/spenden/weltbibelhilfe/projekte/sibirien

RTM

Foto: Alexey Bulatov und der sechsjährige Maxim (Foto: Weltbibelhilfe)

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