Lutherbibel 2017 weiter kostenlos als App

Künftig ist außerdem die Einbindung weiterer Bibeltexte möglich

Stuttgart/Frankfurt am Main. Die Lutherbibel 2017 wird es auch weiterhin als kostenlose App für Smartphones und Tablets geben. Das erklärten die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Irmgard Schwaetzer, und der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel am heutigen Mittwoch bei der Frankfurter Buchmesse. Außerdem ist es künftig möglich, die Texte der Gute Nachricht Bibel und der Lutherbibel 1984 ebenfalls in die App einzubinden.

„Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bibelgesellschaft haben sich gemeinsam dafür entschieden, dieses erfolgreiche Projekt fortzuführen“, sagte Schwaetzer bei einer Veranstaltung auf der Buchmesse. „Glauben in einer Gesellschaft, die sich verändert, erfordert auch neue mediale Formen und diese Entwicklung neuer Formen möchten wir auch weiterhin unterstützen, damit sich die Bibel auch in den digitalen Medien verbreiten kann“, so die Präses.

„Wir freuen uns, dass die bewährte Zusammenarbeit zwischen der EKD und der Deutschen Bibelgesellschaft fortgesetzt wird“, sagte Rösel. Für die Woche ab dem 16. Oktober kündigte er ein Update zur App an. Neben der Lutherbibel 2017 könne man dann auch die vorhergehende Lutherbibel 1984 und die Gute-Nachricht-Bibel kostenlos in der App lesen. Die App sei außerdem so angelegt, dass das Angebot künftig weiter ausgebaut werden könne.

Die App wird für Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS im jeweiligen Store angeboten. Zur Installation der beiden neuen Übersetzungen ist eine Registrierung nötig. Über das Benutzerkonto werden dann auch Markierungen, Lesezeichen und Notizen gesichert. Sie können dann zwischen verschiedenen Geräten ausgetauscht werden. Wer weiter nur die Lutherbibel 2017 nutzen will, kann dies wie bisher tun. Mit den weiteren Übersetzungen ändert sich der Name der App. Er lautet dann in den App-Stores „Die-Bibel.de“ und auf dem Handy selbst einfach „Bibel“.

Die EKD-Synode hatte sich bereits zur Einführung der neuen Lutherbibel im Oktober vergangenen Jahres für ein kostenfreies digitales Angebot ausgesprochen. Mit Unterstützung der EKD wurde der kostenlose Download der Lutherbibel-App aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums für zunächst ein Jahr ermöglicht. Seitdem haben 175.000 Nutzerinnen und Nutzer die App heruntergeladen.

Die Lutherbibel 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum erschienen Sie wurde auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft durch eine EKD-Kommission überarbeitet. Außer in den klassischen Druckausgaben erscheint die Lutherbibel auch als E-Book, Hörbuch, App und Computersoftware. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung.

Trauer um Ako Haarbeck – Ehemaliger Vorsitzender im Alter von 85 Jahren gestorben

Stuttgart. Die Deutsche Bibelgesellschaft trauert um ihren ehemaligen Vorsitzenden der Vollversammlung und des Verwaltungsrates, Dr. Ako Haarbeck. Der reformierte Theologe war Vorsitzender von 1987 bis 1999. Für den ehemaligen Landessuperintendenten der Lippischen Landeskirche gehörten bibelmissionarisches und verlegerisches Engagement stets zusammen. Haarbeck ist am 2. Oktober im Alter von 85 Jahren in Detmold gestorben.

Unter dem Vorsitz Haarbecks fand unter anderem das ökumenische „Jahr mit der Bibel“ 1992 statt, das die Kirchen, christliche Werke und Bibelgesellschaften gemeinsam veranstalteten. Verlegerisch war das Erscheinen der interkonfessionellen Gute Nachricht Bibel 1997 in einer komplett neu bearbeiteten Fassung ein Höhepunkt. Zugleich entstand mit Förderung der Deutschen Bibelgesellschaft eine Vielzahl von Bibelzentren und Bibelmuseen in den Regionen.

Ako Haarbeck ging es immer darum, dass möglichst viele Menschen die Bibel und ihre Botschaft entdecken und dann ihre Freude daran finden, so haben ihn die Mitarbeitenden und Gremien-Mitglieder der Deutschen Bibelgesellschaft in vielen Gesprächen kennengelernt. Dabei war er allen kommunikativen und technischen Möglichkeiten aufgeschlossen, die in der Zeit genutzt werden konnten.

Im Zentrum standen für Haarbeck das intensive Lesen der Heiligen Schrift und die Hoffnung, die das Wort Gottes gibt. Dies vermittelte er auch in seinen Andachten, Bibellesungen und Hilfen zum Bibellesen. Mehr als 20 Jahre lang verfasste er außerdem Beiträge in Bibelwochenheften für die Gemeindearbeit. Sein Lieblingspsalm lautete: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht (Psalm 119,162).

Haarbeck wurde 1932 in Hoerstgen im Rheinland bei Moers geboren und studierte in Wuppertal, Bonn und Göttingen Theologie. Er stand von 1980 bis 1996 an der Spitze der Lippischen Landeskirche. Der Theologe führte von 1992 bis 1998 auch den Vorsitz im Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik (GEP) und war zeitweise Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Reformierte Kollegium Debrecen (Ungarn) und das Theologische Seminar Klausenburg (Rumänien) verliehen ihm die Ehrendoktorwürde für die Förderung des theologischen Nachwuchses.

Ako Haarbeck hinterlässt seine Ehefrau und drei erwachsene Kinder. Die Trauerfeier findet am Montag, 16. Oktober, 13 Uhr in der Erlöserkirche am Markt in Detmold statt.

Ansporn für “begeisternde Aktionen” zur Bibel – Neue Website der Württembergischen Bibelgesellsch aft

Stuttgart. Die Württembergische Bibelgesellschaft präsentiert sich mit einer neuen Website im Internetportal www.die-bibel.de. Auf der Website stellt die Bibelgesellschaft ihre Aktionen, Angebote und Projekte im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg vor. Dazu gehören unter anderem Ausstellungen im „bibliorama – das bibelmuseum stuttgart“, die Bibelverbreitung und Vorträge.

„Mit dem neuen Internetauftritt möchten wir Menschen für die Gute Botschaft der Bibel inspirieren“, sagt die Leiterin der Württembergischen Bibelgesellschaft, Pfarrerin Franziska Stocker-Schwarz. „Das neue Design macht Lust, sich mit der Arbeit rund um die Bibel zu beschäftigen und spornt an, ebenfalls begeisternde Aktionen am eigenen Wohnort zu planen.“ Seit Gründung der Bibelanstalt 1812 in Stuttgart sei in Württemberg die Sache der Bibel für viele Menschen Herzenssache.

Auf der neuen Homepage sind Beispiele aus verschiedenen Arbeitsbereichen zu sehen. So stellt die Bibelgesellschaft für ganz unterschiedliche Einrichtungen Bibeln bereit– ob im Gefängnis, im Flüchtlingswohnheim oder in Tagungshäusern. In den Vortragsangeboten geht es um Themen wie den Kriterien für gute Kinderbibeln und der Bibel als Lebensbegleiter bis hin zu biblischen Erzählungen zu „Zoff, Streit und Knatsch“.

Die Homepage ist eine Brücke zu vielen direkten Kontakten. Ein Schwerpunkt in der bibelgesellschaftlichen Arbeit ist das „bibliorama – das bibelmuseum stuttgart“. Das Bibelmuseum ist eine Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Kooperation mit der Bibelgesellschaft. „Die Württembergische Bibelgesellschaft gestaltet die Inhalte einer in Deutschland einzigartigen musealen Ausstellung“, erklärt Franziska Stocker-Schwarz, die auch Leiterin des „bibliorama“ ist.

Kirchengemeinden und andere Interessierte können eine Wanderausstellung zum „Making of“ der Lutherbibel ausleihen. Außerdem präsentieren Bibelpartner aus den Gemeinden am Ort Bücher und Medien rund um die Bibel, zum Beispiel neue Kinderbibeln in Kindergärten und Kirchengemeinden.

Die Württembergische Bibelgesellschaft ist regionaler Partner der Deutschen Bibelgesellschaft. Beide haben ihre Wurzeln in der Württembergischen Bibelanstalt. In Zusammenarbeit mit Kirchen, christlichen Werken und Vereinigungen fördert sie die Verbreitung, die Kenntnis und das Verständnis der Bibel. Für die württembergische Landeskirche organisiert sie zweijährlich die Vergabe eines Bibelpreises für Initiativen, die die Bibel und ihre Botschaft kreativ zu den Menschen bringen. Sie setzt sich für die weltweite Bibelverbreitung ein und unterstützt dieses Anliegen durch Spendenprojekte wie die Sponsorenrallye „Bike for Bibles“. Mit anderen Bibelgesellschaften, Bibelmuseen und Bibelzentren arbeitet sie in einem bundesweiten Netzwerk zusammen.

Mehr Informationen unter: www.wuebg.de

„Alle Jahre wieder …“

Der „BasisBibel.Adventskalender“ verkürzt die Zeit bis Weihnachten

Stuttgart. Unter dem Motto „Alle Jahre wieder …“ ist der „BasisBibel.Adventskalender“ bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. 24 Fotomotive, Bibelverse in der Übersetzung der BasisBibel und Fragen und Ausrufe wie „Paradies- oder Bratapfel?“, „Ist schon wieder Weihnachten?“ oder „Früher war mehr Lametta!“ verkürzen die Zeit bis zum großen Fest.

Den alljährlich wiederkehrenden Floskeln und Plattitüden in der Vorweihnachtzeit begegnet der Kalender mit einem Augenzwinkern. Geleitet von der Erkenntnis, dass für viele die besinnliche Zeit zu einer Geduldsprobe wird, werden stets wiederkehrende Elemente der Pop-Kultur wie „Last Christmas“ oder die schlichte Frage „Tanne oder Fichte?“ mit passenden Bildern und überraschenden Bibelversen kombiniert.

Bei den Bibelversen handelt es sich um prominente und weniger bekannte Stellen aus dem Alten und dem Neuen Testament. So heißt es zu „Alle Jahre wieder …“ mit Jakobus 5,8: „So sollt auch ihr euch in Geduld üben und eure Herzen stärken. Das Kommen des Herrn steht nahe bevor.“ Zum geflügelten Wort „Dieses Jahr nur was Kleines“ kommt: „Schmückt euch nicht äußerlich, indem ihr euer Haar aufwendig frisiert, Goldschmuck anlegt und kostbare Kleider anzieht. Sondern schmückt euch mit dem, was im Herzen verborgen ist.“ aus 1. Petrus 3,3-4.

Gestaltet hat den Kalender Franziska Schikora von der Abteilung für Marketing und Websites bei der Deutschen Bibelgesellschaft. Auf der Facebook-Seite der BasisBibel (facebook.com/basisbibel.de) erscheint er bereits regelmäßig in der Vorweihnachtszeit. Gedruckt gibt es den Kalender erstmals.

„Der Adventskalender lässt sich dank abtrennbarer Postkarten ganz BasisBibel-typisch teilen und bereitet in der Adventszeit damit doppelte Freude.“, sagt Schikora. Andrea Häuser, Projektmanagerin für die BasisBibel Übersetzung fügt hinzu „Es ist uns eine große Freude, dass wir aufgrund der hohen Nachfrage unseren BasisBibel.Adventskalender erstmalig auch in gedruckter Form anbieten können.“ Der Tischkalender mit stabilem Aufsteller und Spiralbindung passt mit einem Format von 16 mal 16 Zentimetern genauso auf den Büro-Schreibtisch wie ins Wohnzimmer

Die BasisBibel wendet sich an Leserinnen und Lesern, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache nicht mehr vertraut ist. Sie ist die erste crossmediale Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtigt. Die BasisBibel gibt es bisher in der Reihe „bibel multimedial“, im Internet, als App für Smartphones und Tablets, als Hörbibel, als gedrucktes Buch mit dem Neuen Testament und den Psalmen sowie als „Auslese“ mit je 20 prominenten Texten aus dem Alten und dem Neuen Testament.

BasisBibel.AdventskalenderTischkalender mit stabilem Aufsteller und Spiralbindung

GTIN: 42-505721-0049-3
Deutsche Bibelgesellschaft
24 Postkarten zum Abtrennen; Format: ca. 16 x 16 cm
Preis: 12 Euro (Staffelpreise verfügbar)

Lutherbibel 2017 und prominente Gäste

Veranstaltungen zur Wiedmann-Bibel während der Frankfurter Buchmesse

Stuttgart. Die Bibel in den klassischen und digitalen Medien zeigt die Deutsche Bibelgesellschaft vom 11.bis 15. Oktober bei der Frankfurter Buchmesse. Im Zentrum der diesjährigen Präsentation im Messe-Bereich Religion (Halle 3.1, C84) stehen Ausgaben der revidierten Lutherbibel 2017. Zu den prominenten Gästen im Bühnenprogramm gehören die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Irmgard Schwaetzer, und der Designer Harald Glööckler.

Um die Weiterentwicklung der App zur Lutherbibel 2017 geht es in einer Veranstaltung am Mittwoch, 11. Oktober, 12 Uhr mit Dr. Irmgard Schwaetzer und dem Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Zum Start der revidierten Lutherbibel hat die EKD zunächst bis zum Reformationstag 2017 einen kostenlosen Download der Bibel-App mit dem neuen Text für Tablets und Smartphones ermöglicht.

„Psalm-Art“ stellt die Künstlerin Marianne Schütze am Mittwoch um 14.30 Uhr vor. Im Mittelpunkt steht Psalm 119 („Die Herrlichkeit des Wortes Gottes“) in Bildern. Der christliche Liedermacher Martin Buchholz spielt ab 16 Uhr Lieder und liest Texte der Lutherbibel aus seinem neuen Album „Das wünsch ich Dir“.

Der Designer Harald Glööckler kommt am Samstag um 13 Uhr zu einem Talk auf die Bühne der Deutschen Bibelgesellschaft. Glööckler hat eine der Schmuckschuber-Editionen gestaltet, die von Künstlerinnen, Künstlern und anderen Prominenten zum Erscheinen der neuen Lutherbibel erstellt wurden.

Während der ganzen Buchmesse gibt es am Stand der Bibelgesellschaft Veranstaltungen zur Wiedmann-Bibel. Die Wiedmann-Bibel erscheint in einer Art-Edition in limitierter Auflage in Gold, Rot und Schwarz. Es handelt sich mit 3333 Bildern um die längste Bibel der Welt. Der Stuttgarter Künstler Willy Wiedmann (1929-2013) hat 16 Jahre lang in einem selbst entwickelten Stil, der Polykonmalerei, daran gearbeitet. Der Fotograf und Designer Manfred Rieker, ebenfalls aus Stuttgart, hat die Art-Edition gestaltet. Filme aus seinem Studio geben am Donnerstag und Freitag jeweils ab 14 Uhr Einblicke in seine Arbeit.

Zu einer Mitmachaktion lädt die Bibelgesellschaft am Wochenende ein. Dann können Besucherinnen und Besucher am Stand auf einer Gutenbergpresse des Bibelmobils selbst einen Bibeltext drucken.

RTM

Deutsche Bibelgesellschaft schenkt allen Luthers eine Lutherbibel

Aktion „Luther für Luthers“ läuft bis zum Reformationstag auf sozialen Netzwerken und Die-Bibel.de/Luthers.

Stuttgart. Eine Lutherbibel für alle, die selbst den Nachnamen Luther tragen. Mit der Aktion „Luther für Luthers“ feiert die Deutsche Bibelgesellschaft nach der erfolgreichen Einführung der „Lutherbibel 2017“ den Abschluss des Reformationsjubiläums. Der Aufruf läuft einen Monat bis zum 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag der Reformation und bundesweitem Feiertag.

Mit einem Aufruf über ihre Website und die Sozialen Netzwerke fordert die Deutsche Bibelgesellschaft Menschen mit Nachnamen Luther auf, sich zu melden. Sie erhalten eine kostenlose Jubiläumsausgabe der revidierten Lutherbibel 2017. Teilnehmen dürfen alle, die den gleichen Nachnamen wie der Reformator tragen und das mit einem Bild belegen. Außerdem gilt es die Frage zu beantworten: „Was macht heute einen echten Luther aus?“ Die Aktion läuft bis einschließlich des Reformationstages unter Die-Bibel.de/Luthers.

„Die Aktion ist ein Dankeschön für die Bibelübersetzung Martin Luthers und die erfolgreiche Einführung der revidierten Lutherbibel 2017. Sie ist zugleich ein Dankeschön an alle Luthers, die im Verlauf des letzten Jahres vielleicht über Gebühr mit ihrem Namensvetter konfrontiert wurden.“, so Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, „Wir sind gespannt, was die Luthers zu erzählen haben! Einige sind vielleicht stolz auf Martin und fühlen sich ihm verbunden, anderen ist er vermutlich fremd. Mancher würde sich vielleicht gerne mit Martins Wirken auseinandersetzen, bislang fehlte aber die Gelegenheit dazu. Die neue Lutherbibel 2017 könnte dafür ein passender Anfang sein.“

Die revidierte Lutherbibel 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum erschienen. Sie wurde auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft durch eine Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erarbeitet. Die Kommission überprüfte den vollständigen Bibeltext und stellte so sicher, dass er dem aktuellen Stand der Bibelwissenschaft entspricht. An vielen Stellen wurde dabei die vertraute und eingängige Luthersprache wiederhergestellt.

sb

Bilder: Deutsche Bibelgesellschaft

„Frauen in der Reformationszeit“ – Ostfriesische Bibelgesellschaft tagte mit Regionalbischof Klahr in Emden

Emden. Ostfriesland. Auf Einladung ihres Vorsitzenden Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr traf sich die Ostfriesische Bibelgesellschaft (OBG) zur jährlichen Vorstandssitzung und anschließenden Mitgliederversammlung in der Landessuperintendentur in Emden.

„Eins ist völlig klar, ohne die Beteiligung mutiger Frauen wäre die Reformation anders verlaufen. Es ist an der Zeit, dies auch deutlich herauszustellen“, sagte der Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland-Ems. Klahr begrüßte Roswitha Homann zum Vortrag über Frauen in der Reformationszeit und freute sich, dass die nun im Ruhestand befindliche Grundschullehrerin aus Norden einen Einblick in ihre Forschungen gab.

Alwin Pfanne, Geschäftsführer der OBG aus Aurich, blickte in seinem Bericht auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Als herausragendes Ereignis nannte Pfanne die gemeinsame Veranstaltung des Evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems und der Evangelisch-reformierten Kirche am 31. Oktober 2016 mit 300 Gästen in der Johannes a Lasco-Bibliothek Emden zur Vorstellung der Lutherbibel 2017. Pfanne berichtete von der Beteiligung am Ostfriesischen Kirchentag in Rhauderfehn und dankte Dr. Klahr dafür, dass er mit seinen Vortragsveranstaltungen die OBG unterstützt.

Zukünftige Projekte wurden verabredet: Unter anderem werden mit Bibelworten versehene Postkarten mit ostfriesischen Motiven gedruckt und in Kirchen und Gemeindehäusern auf den Inseln und den Küstenbadeorten ausgelegt. Außerdem soll über eine Tafel Kindern Bibelbilderbücher mit der Weihnachtsgeschichte und einer Süßigkeit überreicht werden.

Frauen in der Reformationszeit

Roswitha Homann aus Norden ließ auf Grundlage historischer Quellen einige Frauen der Reformationszeit selbst ihre Geschichte erzählen. So brachte sie auf anschauliche Weise Umbrüche der Reformation zur Sprache.

Die drei Reformatoren aus Wittenberg, Johannes Bugenhagen, Philipp Melanchthon und Martin Luther, heirateten ehemalige Nonnen. Die Ehefrauen sorgten für die Familie, den Haushalt und die Gesundheit ihrer Männer, waren gebildet und für ihre Männer ernstzunehmende Gesprächspartnerinnen.

Eine Pfarrfrau, die ihrem Mann sogar mit Schrift und Tat zur Seite stand, war Katharina Zell (1497/98 – 1562), eine Straßburger Handwerkertochter, Bürgerin der freien Reichsstadt, die mit guter Bildung aufgewachsen war. Im aufgeschlossenen und toleranten Straßburg gab es schon früh Mädchenschulen. 1523 heiratete sie Matthias Zell, den ersten Pfarrer im Straßburger Münster, der bereits seit 1518 evangelisch predigte. „Es war das erste Mal, dass eine Bürgerstochter die Ehe mit einem Priester einging; denn die anderen Ehefrauen der Reformatoren waren häufig ehemalige Nonnen“, so Homann.

„Man könnte sie die erste Pastorin nennen, denn sie hielt selbst Predigten. Ihre Leichenreden waren bei Beerdigungen ausdrücklich erwünscht, sie schrieb Briefe an Menschen, die sie trösten wollte. Sie schrieb Protestbriefe gegen ihren Ausschluss aus der Kirche an den Bischof, bis er es ihr verbot“, berichtete die Referentin.

Katharina Zell wurde von den gleichen Fragen wie Luther umgetrieben: Trotz frommer Werke empfand sie keinen Trost und war sich der Liebe Gottes nicht sicher. Seit 1523 wechselte sie Briefe mit Martin Luther.

Katharina Zell ließ einen Trostbrief an 150 Frauen in Kenzingen drucken, deren Ehemänner wegen ihres evangelischen Glaubens nach Straßburg geflohen waren. Sie kümmerte sich um deren Versorgung und pflegte Kranke.

Der Lebenslauf der Katharina Zell zeigt, dass Flüchtlingsströme durch die Reformation ausgelöst wurden. Es gab viele heimatlose Menschen, die sich mit dem Diktat des Glaubens in ihrer Heimat nicht abfinden konnten und ins Exil gingen. Frauen beteiligten sich auch an großen Protestaktionen: 1522 protestierten 50 Frauen in Basel gegen die Entlassung ihres protestantischen Predigers, 70 Jahre später zogen im schlesischen Liegnitz sogar 300 Frauen zum herzoglichen Schloss, um die Ausweisung eines als Calvinisten verdächtigten Pfarrers zu verhindern. Im schlesischen Löwenberg waren es die Frauen, die sich am stärksten gegen die Rekatholisierung wehrten.

Zusammenfassend sagte die Referentin: „Die protestantischen Frauen, seien sie Pfarrfrauen, adelige oder bürgerliche Frauen, hatten teil an der Diskussion während des Umbruchs in der Reformation. Besonders mit Hilfe des Buchdrucks traten sie deutlich hervor, wurden gelesen oder gehört. Allerdings erfüllten sich ihre Hoffnungen, selbst Predigerin werden zu können, nicht. Nur als Ehefrauen waren ihnen Freiräume gewährt.“

Ostfriesland hatte mit Gräfin Anna eine entschiedene Protestantin, die sich sehr für den inneren Frieden ihres Landes einsetzte und sich um das friedliche Miteinander von Lutheranern, Calvinisten und Katholiken bemühte. Unter ihrer Herrschaft wurde Johannes a Lasco Superintendent in Emden und sie setzte einen evangelisch-reformierten Kirchenrat ein.

Die Ostfriesische Bibelgesellschaft e.V. (OBG)

Die Ostfriesische Bibelgesellschaft ist Partner der Deutschen Bibelgesellschaft und fördert die Verbreitung und den Gebrauch der Bibel in Ostfriesland nach dem Motto „Mitten im Leben – wir bringen die Bibel zu den Menschen“. Mitglieder der OBG sind Einzelpersonen, evangelisch-lutherische und evangelisch-reformierte Kirchengemeinden in Ostfriesland.

BU: (Foto: Hannegreth Grundmann)

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (rechts) und Alwin Pfanne, Geschäftsführer der Ostfriesischen Bibelgesellschaft, begrüßten Roswitha Homann aus Norden zum Vortrag in der Landessuperintendentur in Emden.

Kuba: „Offene Herzen“ für die Bibel

Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft ruft zu Spenden auf

Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft ruft in ihrer aktuellen Kampagne zum Erntedankfest zu Spenden für die Bibelverbreitung in Kuba auf. Eine Million Bibeln hat die Bibelkommission des Landes in den vergangenen vier Jahren bereits verteilt. Doch die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen.

„Wir haben jetzt die wunderbare Gelegenheit, die Bibel in unserem Land zu verbreiten“, sagt Alain Montano, Leiter der Bibelkommission in Kuba. „Wir wollen sie nutzen, solange sie da ist, und die Herzen der Menschen weit offen sind.“ Besonders Kinder und Jugendliche fragten nach der Bibel. Ziel sei es, dass in den kommenden Jahren jeder, der sich eine Bibel wünscht, auch eine bekommen kann.

Der Leiter der Weltbibelhilfe, Horst Scheurenbrand, berichtet nach einem Besuch in Kuba von wachsenden christlichen Gemeinden. Es beginne beim Gespräch über das Evangelium in privater Atmosphäre. Daraus entstünden Hauskreise mit Gleichgesinnten und schließlich führe der Weg hin zu einer Kirchengemeinde. Die Bedürfnisse der Kinder würden dabei besonders ernstgenommen. „In den Sonntagsschulen werden Geschichten aus der Bibel sehr liebevoll und kreativ vermittelt“, so Scheurenbrand. Im Land gebe es aber ohne die Importe der Bibelkommission keine Möglichkeit, eine Bibel oder Kinderbibel zu bekommen. Deshalb sei das Engagement der Spenderinnen und Spender aus Deutschland weiter wichtig.

Rund 11,2 Millionen Menschen leben in Kuba. Rund 65 Prozent gehören einer christlichen Kirche an. Die große Mehrheit davon ist katholisch. Die Bibelkommission in Kuba gibt es seit den 80er Jahren mit der Aufgabe, die Bibel für alle Kirchen des Landes zu verbreiten. Sie arbeitet seit ihrer Gründung eng mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) zusammen. Nach einer Vorgabe der staatlichen Religionsbehörde dürfen Bibeln im kommunistischen Kuba bis heute nicht hergestellt oder in Buchläden verkauft werden.

Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv.

Weitere Informationen im Internet unter www.die-bibel.de/weltbibelhilfeRTM

Foto: Weltbibelhilfe