Zugang zur Bibel für gehörlose Menschen

Zeitschrift „Bibelreport“ zu Ausgaben in Gebärdensprachen

Stuttgart. Die Übersetzung der Bibel in Gebärdensprachen ist das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“. Bibelgesellschaften auf allen Kontinenten übersetzen biblische Schriften in verschiedene Gebärdensprachen, die für viele gehörlose Kinder und Erwachsene die Muttersprachen sind.

Mittlerweile arbeiten 22 Bibelgesellschaften an der Übersetzung der Bibel in Gebärdensprachen, darunter sind Projekte in Litauen, Dänemark, Kuba, Thailand und Japan. Die Gesellschaften kooperieren meist eng mit anderen Organisationen, die sich für die Belange gehörloser Menschen einsetzen. Im Weltbibelhilfe-Projekt stellt die Zeitschrift eine Initiative in Armenien vor. Die dortige Bibelgesellschaft hat ein Übersetzungs-Team mit jungen Leuten zusammengestellt, die selbst gehörlos sind. Sie übersetzen 365 biblische Geschichten für Kinder in die armenische Gebärdensprache. 500 DVDs will die Bibelgesellschaft nach Fertigstellung an bedürftige Jungen und Mädchen in Armenien verschenken.

Das Beispiel einer Gebärden-Übersetzung aus der Thailändischen Bibelgesellschaft können Interessierte im Internet unter www.die-bibel.de/bibelreport abrufen. Das Video zeigt eine Geschichte aus dem Markus-Evangelium. Unter der genannten Webadresse gibt es auch den „Bibelreport“ kostenlos als E-Paper zum Blättern.

Mehr als 70 Millionen Menschen weltweit sind laut Schätzungen gehörlos oder verfügen nur noch über wenig Resthörvermögen. Ihnen dienen häufig Gebärdensprachen als Mittel der Kommunikation. Dabei handelt es sich um eigenständige Sprachen mit eigenem Ursprung, eigener Struktur und Grammatik. Es geht daher nicht um die Übersetzung einer gesprochenen Sprache in Zeichen. Weltweit zählt man über 400 verschiedene Gebärdensprachen. In manchen Ländern werden mehrere verschiedene Gebärdensprachen benutzt.

Zwei Drittel aller gehörlosen Menschen weltweit leben in Entwicklungsländern. Dort gibt es wenige Schulen für betroffene Kinder. Bei den Bibelgesellschaften ist in den vergangenen Jahren das Bewusstsein dafür gewachsen, dass sich auch gehörlose Menschen die Bibel in ihrer Muttersprache wünschen. Die Sprache der Hörenden ist für sie eine Zweitsprache, und viele können zudem nicht lesen. Eine vollständige Bibel in Gebärdensprache gibt es bisher nicht. Ein Neues Testament ist bisher nur in amerikanischer Gebärdensprache erschienen.

In der Jahresserie des „Bibelreports“ zu besonderen Bibelausgaben der Reformation geht es dieses Mal um das sogenannte September-Testament Martin Luthers von 1522. Vorgestellt wird es von Dr. Christian Herrmann, Leiter der Abteilung Historische Sammlungen in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart.

Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und berichtet fünfmal im Jahr über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Übersetzung der Heiligen Schrift.

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Die vollständige Bibel gibt es jetzt in 648 Sprachen

Neuer „Global Scripture Access Report“ der Bibelgesellschaften

Stuttgart. Die vollständige Bibel ist jetzt in 648 Sprachen übersetzt. Dies teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) im aktuellen „Global Scripture Access Report“ mit. Das Neue Testament ist in weiteren 1 432 Sprachen übersetzt, zumindest einzelne biblische Schriften sind in 1 145 Sprachen erschienen. Damit gibt es in 3 225 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel. Sprachforscher gehen von weltweit rund 6 900 lebenden Sprachen aus. Stichtag der Statistik ist der 1. Januar 2017.

Bibelgesellschaften in aller Welt waren im vergangenen Jahr an der Fertigstellung von Übersetzungen in 61 Sprachen beteiligt. Diese Sprachen werden von mehr als 428 Millionen Menschen genutzt. Bei 17 dieser Übersetzungsprojekte entstand erstmals eine vollständige Bibel in der jeweiligen Sprache, bei 6 ein Neues Testament und bei 7 weiteren wurde ein einzelnes biblisches Buch oder ein Abschnitt der Bibel übersetzt.

Zu den Sprachen mit einer erstmals vollständigen Bibel mit dem Alten und dem Neuen Testament gehört zum Beispiel Tartarisch, eine Turksprache mit etwa 5,2 Millionen Sprechern vor allem in Russland. Vollständige Bibeln für Minderheitensprachen der Lisu und Yi in China erschienen ebenfalls zum ersten Mal. Gefördert wurden die Projekte in China auch durch die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft.

Zugleich erschienen in 28 Sprachen revidierte Ausgaben oder Neuübersetzungen der Bibel. Sie sind nötig, weil sich Sprachen ständig weiter entwickeln. Zu den revidierten Ausgaben gehört auch die Lutherbibel 2017, die bei der Deutschen Bibelgesellschaft im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland erscheint. Mit geschätzten 98 Millionen Sprecherinnen und Sprechern erreicht Deutsch die größte Sprecherzahl unter diesen Projekten.

Ein weiterer Schwerpunkt der bibelgesellschaftlichen Arbeit waren Ausgaben für sehbehinderte und gehörlose Menschen. Eine Bibelausgabe in der Blindenschrift Braille umfasst rund 40 Bände. Inzwischen gibt es 44 Sprachen mit einer vollständigen Ausgabe in der Punktschrift. In einer der Zeichensprachen für gehörlose Männer und Frauen gibt es bisher nur die amerikanische Ausgabe des Neuen Testaments. Bibelabschnitte in Zeichensprachen wurden 2016 unter anderem auf Spanisch, Japanisch und Thai erarbeitet.

Die aktuelle UBS-Statistik zur Bibelübersetzung wurde mit Unterstützung anderer Übersetzungsagenturen erstellt. Bibelgesellschaften arbeiten zurzeit weltweit in mehr als 400 Übersetzungsprojekten. Die Vorjahresstatistik nannte 563 Sprachen für komplette Bibelübersetzungen, 1 334 für Übersetzungen des Neuen Testaments und 1 038 für Übersetzungen der Bibelteile.

„Es bleibt ein Privileg und eine Herausforderung für neue Bibelübersetzungen zu arbeiten“, sagt Alexander M. Schweitzer, Leiter der Übersetzungsabteilung im Weltverband. „Wir beten dafür, dass es auch in diesem Jahr so bedeutende Fortschritte gibt wie 2016.“ In Deutschland wird diese Arbeit vor allem durch die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt. Sie ist dafür weiter auf das stetige Engagement von Spenderinnen und Spendern angewiesen. Weitere Informationen zum Bibelsprachen-Report gibt es unter www.die-bibel.de/weltbibelhilfe.

Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche Bibelgesellschaft. Aufgaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift.

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Foto: Übergabe der Lisu-Bibel in China (Bildnachweis: UBS)

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Die Bibel in der Muttersprache sehen, hören und erleben

Sonderausstellung vom 5. Mai bis 8. Oktober im „bibliorama“ in Stuttgart

Stuttgart. Eine Sonderausstellung führt im „bibliorama – das bibelmuseum stuttgart“, Büchsenstraße 37, vom 5. Mai bis 8. Oktober durch die weltweite Übersetzung der Bibel in die Volkssprachen. Die Ausstellung unter dem Titel „Die Bibel – durch die Muttersprache ins Herz… da weht Freiheit“ ist in einer Kooperation des Museums unter der Leitung der Württembergischen Bibelgesellschaft mit der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Gustav-Adolf-Werk Württemberg entstanden. Ein Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung.

Die Sonderausstellung präsentiert Besucherinnen und Besuchern vielfältige Eindrücke aus der Übersetzung der Bibel weltweit. Sie erfahren zum Beispiel wie die Bibel auf Arabisch, Spanisch, Slowenisch oder Italienisch klingt und in wie viele Sprachen die Bibel inzwischen bereits übersetzt ist. Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen erzählen, was es für sie persönlich bedeutet, die Bibel in ihrer Muttersprache lesen zu können. Am Beispiel der Bibel auf Spanisch wird gezeigt, welchen nachhaltigen Einfluss die Reformation auch auf anderen Kontinenten hatte und bis heute ausübt.

„Ich freue mich, dass mit dieser Sonderausstellung die Besucher selbst sehen, hören und erleben können, welche Freude es bereitet, die Bibel in der Muttersprache zu besitzen“, sagt Franziska Stocker-Schwarz, Direktorin des Bibelmuseums und Leiterin der Württembergischen Bibelgesellschaft. Für den Leiter der Weltbibelhilfe, Horst Scheurenbrand, ist die gemeinsame Ausstellung wie ein Knotenpunkt: „Mitten in Stuttgart verdichten sich bewegende Geschichten von Menschen und Kirchen und verbinden sich mit der Lebenswirklichkeit der Besucher. So können diese entdecken, wie das Engagement der 145 Bibelgesellschaften auf der ganzen Welt das Leben von Menschen verändert.“

Bibelverbreitung war für das Gustav-Adolf-Werk (GAW) auch schon im 19. Jahrhundert von großer Bedeutung. „Das Gustav-Adolf-Werk hilft schon seit 1843 evangelischen Minderheiten, besonders in Osteuropa, die Bibel in der je eigenen Sprache lesen zu können“, sagt Prälatin Gabriele Wulz, GAW-Vorsitzende in Württemberg.

Bilder, Filme und Texte erklären und vertiefen in der Ausstellung die Themen Bibelübersetzung und Bibelverbreitung. Fremdsprachige Bibeln sind im Original zu sehen. Zum Begleitprogramm gehört ein Vortrag von Professor Dr. René Krüger am Donnerstag, 1. Juni, 19 Uhr zum Thema „Die Bibel kommt nach Lateinamerika, eine Folge der Reformation“. René Krüger kommt aus Argentinien und ist Experte für die Verbreitung der spanischen Bibelübersetzung in Süd- und Mittelamerika. Die Ausstellung ist außerdem aktiv beteiligt am „Tag der Weltweiten Kirche und Mission“ am Pfingstmontag, 5. Juni. Der Tag wird rund um die Stiftskirche und am Hospitalhof gefeiert.

Das „bibliorama – das bibelmuseum stuttgart“ ist eine Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Kooperation mit der Württembergischen Bibelgesellschaft. Mehr Informationen gibt es unter www.bibelmuseum-stuttgart.elk-wue.de.

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bibliorama – das bibelmuseum Stuttgart

Büchsenstraße 37
70174 Stuttgart
Telefon +49 711 7181-274 (9 bis 14 Uhr)
E-Mail info

Öffnungszeiten

Montag: 13 bis 17 Uhr
Dienstag: geschlossen
Mittwoch: 13 bis 17 Uhr
Donnerstag: 13 bis 17 Uhr
Freitag: 13 bis 17 Uhr
Samstag: 13 bis 17 Uhr
Sonntag und Feiertage: 12 bis 17 Uhr

Kontakt

Franziska Stocker-Schwarz
Direktorin und Leiterin der
Württembergischen Bibelgesellschaft
Telefon +49 711-7181-254
+49 711 2293634-88
Mobil +49 152 32096513
E-Mail stocker-schwarz

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Ägypten: Gottes Wort lässt Neues wachsen

Weltbibelhilfe ruft zu Ostern zu Spenden für christliche Minderheit auf

Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft ruft zu Ostern unter dem Motto „Gottes Wort lässt Neues wachsen“ zu Spenden für Christinnen und Christen in Ägypten auf. Zu den geförderten Projekten der Bibelgesellschaft in Ägypten gehören Bibeln für christliche Familien, Bibellesekurse, biblische Bilderbücher und Bibelfeste für Kinder.

„Die Christen in Ägypten leben als Minderheit in einem muslimisch geprägten Umfeld und das hält manche Herausforderungen für sie bereit“, erklärt der Schirmherr der Weltbibelhilfe und ehemalige badische Landesbischof, Dr. Ulrich Fischer. „Doch der Glaube wächst gerade auch in Zeiten der Unsicherheit. In Ägypten finden die Christen ihren eigenen, wenn auch manchmal steinigen Weg.“

Über ein Netzwerk von christlichen Lehrern verteilt die Bibelgesellschaft in Ägypten jedes Jahr 100 000 Bibeln an Schülerinnen und Schüler. In mehr als 30 Städten bietet die Bibelgesellschaft zusammen mit den Kirchen jährlich 250 „Kingo-Feste“ für Kinder an. Jedes Kind erhält dabei ein Bilderbuch, in dem der Löwe Kingo Geschichten von Jesus erzählt. Außerdem hat die Gesellschaft spezielle Bibellesekurse für Kinder und Erwachsene entwickelt. Ein Drittel der Bevölkerung Ägyptens kann trotz Schulbesuch nicht lesen und schreiben. Oft fehlen die Bücher, um das einmal Gelernte zu üben. Die Bibelkurse wirken dem entgegen.

Rund zehn Prozent der etwa 87 Millionen Ägypter gehören einer christlichen Kirche an, die meisten von ihnen der altorientalischen Koptisch-orthodoxen Kirche. Die Bibelgesellschaft erstellt für die Kirchen eine große Vielfalt an biblischen Schriften und Medien. Sie unterhält außerdem landesweit 16 Buchläden. Da viele Christen zu den ärmeren Bevölkerungsschichten zählen, ist die bibelgesellschaftliche Arbeit auch auf die Unterstützung durch Spenderinnen und Spender aus Deutschland angewiesen.

Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv.

Weitere Informationen im Internet unter www.die-bibel.de/weltbibelhilfe

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Fotos: Girges (10) liest biblische Geschichten und besucht die Sonntagsschule (1)
Männer in einem Buchladen der Bibelgesellschaft in Ägypten (2)

Nachweis: Weltbibelhilfe

Gute Nachricht Bibel

Neue günstige Ausgaben für Schulen und Gemeinden

Stuttgart. Zwei neue Ausgaben der Gute Nachricht Bibel sind jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. Bibelleserinnen und –leser haben die Auswahl zwischen einer Einbandgestaltung mit dem Bildmotiv „Möwe“ und dem Schrift-Design „Typografie“. Beide sind in Ausstattung und Inhalt identisch. Durch den günstigen Preis bieten sich diese Ausgaben an, wenn in der Schule, in anderen Bildungseinrichtungen oder in der Gemeindearbeit Bibeln in größerer Anzahl gebraucht werden.

Die Deutsche Bibelgesellschaft hat Qualitätssiegel für ihre vier wichtigsten Bibelübersetzungen entwickelt, darunter die Gute Nachricht Bibel. Die Gute Nachricht wird dabei als die „Moderne“ hervorgehoben. Es handelt es sich um die erste sogenannte kommunikative Übersetzung in modernem Deutsch. Die Grundlagen dafür entstanden im Weltverband der Bibelgesellschaften für Menschen, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache nicht vertraut ist.

Die Gute Nachricht liegt seit 1982 als vollständige Bibel mit dem Alten und dem Neuen Testament vor und wurde bis 1997 komplett neu bearbeitet. Seitdem berücksichtigt sie auch Aspekte der frauengerechten Sprache. Sie wird gemeinsam von den evangelischen und katholischen Bibelgesellschaften und -werken der deutschsprachigen Länder herausgegeben. Bis heute ist sie die einzige komplett ökumenisch übersetzte deutsche Bibel.

Der Bibeltext in diesen Ausgaben ist zweispaltig gesetzt. Versziffern sind im Text angegeben und biblische Vergleichsstellen und Anmerkungen am Fuß der Seite. Eine Inhaltsübersicht steht vor jedem biblischen Buch. Der durch eine Graufärbung am Rand eigens gekennzeichnete Anhang enthält ein Nachwort zur Übersetzung, ausführliche Sacherklärungen, eine Zeittafel, ein Stichwortverzeichnis, Ortsregister und Kartenskizzen. Die Ausgaben erscheinen ohne die Spätschriften des Alten Testaments.

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Kuba: Bibeln nur als Import-Ware

„Bibelreport“ berichtet von wachsenden Kirchen und Trauer um Fidel Castro

Stuttgart. Die wachsende Kirche auf Kuba und deren großer Bedarf an Bibeln sind das Titelthema der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“. Der Leiter der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft, Horst Scheurenbrand, hat die Insel Ende November 2016 besucht und dabei auch die Trauer um den ehemaligen Präsidenten Fidel Castro erlebt.

„Das größte Problem besteht darin, dass es schlichtweg zu wenige Bibeln im Land gibt, weil die Kirchen so schnell wachsen“, berichtet Scheurenbrand. Die Kirche gehe hinaus in die Gesellschaft und sei an vielen Orten außerhalb der Kirchengebäude präsent. Das bringe ihnen den Respekt vieler Kubaner ein. Mit der politischen Öffnung des Landes stiegen aber auch die Ängste der Menschen vor einem zu großen Einfluss Amerikas und dessen „way of life“. „Die Kirchen sind für sie Orte, in denen die zentralen kubanischen Werte bewahrt und gepflegt werden: Lebensfreude, Zusammenhalt, Kreativität“, so der Leiter der Weltbibelhilfe.

Bibeldruck ist im kommunistischen Karibikstaat weiter verboten. Bibeln können aber von der ökumenischen Bibelkommission Kubas importiert werden. Das macht sie laut Scheurenbrand noch teurer, als ein Buch für kubanische Verhältnisse sowieso schon ist. Daher sei das Engagement der Weltbibelhilfe weiter nötig. Die kubanischen Kirchen beteiligten sich mit einem kleinen Anteil nach ihren Möglichkeiten.

Scheurenbrand berichtet außerdem, wie er die Trauer um Fidel Castro erlebt hat. Für viele Kubaner sei der Politiker offenbar eine Vaterfigur geblieben, ein Symbol für die kubanische Identität. Die emotionale Verbundenheit mit dem umstrittenen Herrscher, die viele Kubaner in diesen Tagen zeigten, habe ihn sehr überrascht. Millionen von Menschen hätten auf dem Platz der Revolution Abschied von Castro genommen.

In der Jahresserie zum Reformationsjubiläum 2017 stellt der „Bibelreport“ herausragende Bibelausgaben aus der Zeit Martin Luthers vor. Die Serie startet mit der englischen Tyndale-Bibel, die der Leiter der Abteilung Historische Sammlungen in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, Dr. Christian Herrmann, .als „meisterhafte Prosa“ beschreibt. Ein Neues Testament der Tyndale-Übersetzung von 1526 befindet sich in der Bibelsammlung der Landesbibliothek.

In der Rubrik „Bibel persönlich“ kommt Pfarrer Martin Weber zu Wort. Er ist Gemeindepfarrer in Kirchberg an der Murr und Vorsitzender der Deutschen Indianer Pionier Mission. Der evangelische Theologe legt den Bibelvers aus Psalm 16,8 aus: „Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; er steht mir zur Rechten, so wanke ich nicht.“

Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und berichtet fünfmal im Jahr über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Übersetzung der Heiligen Schrift.

Den Bibelreport als E-Paper zum Blättern und als PDF zum Download gibt es kostenlos im Internet auf www.die-bibel.de/bibelreport.

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Heinrich Bedford-Strohm: Bischofsmotto ziert,Schmuckschuber zur Lutherbibel 2017

Sammleredition des EKD-Ratsvorsitzenden in Nürnberg vorgestellt

Stuttgart/Nürnberg. Die Lutherbibel 2017 mit Schmuckschuber in der Edition Heinrich Bedford-Strohm wurde heute beim Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg präsentiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm, nahm als Erster eine druckfrische Ausgabe entgegen. Die Sammleredition mit prominenten Gestaltern eines Bibelschubers erscheint zeitlich limitiert aus Anlass des 500. Reformationsjubiläum und der Herausgabe der revidierten Lutherbibel 2017.

Bedford-Strohm wählte den letzten Satz seiner Habilitationsschrift und zugleich sein Bischofsmotto als Bibelvers für den Schuber aus: „Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korintherbrief, Vers 17). „Die innere Freiheit kommt dadurch zustande, dass ich weiß, dass mein ganzes Leben von Gottes Liebe umgriffen ist“, sagt der EKD-Ratsvorsitzende. „Daraus folgt, dass ich immer meinem Gewissen folgen kann, auch dann, wenn äußere Autoritäten mich daran hindern wollen und wenn es Mut kostet, Zivilcourage zu zeigen.“

Diese innere Freiheit des Geborgenseins durch Gott ist für den Theologen der Ausgangspunkt für alles andere – dazu zählen für ihn die Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik sowie der Einsatz für die Gemeinschaft und für die Schwachen. Zur Gestaltung des Schmuckschubers diente eine Bildskulptur des Coburger Künstlers Gerd Kanz. Er ist Maler und Bildhauer und hat für seine abstrakten Werke eine individuelle Arbeitstechnik mit den Ausgangsmaterialien Öl, Tempera und Holz entwickelt.

Die Lutherbibel 2017 wird gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bibelgesellschaft eingeführt. Sie erscheint zum 500. Reformationsjubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird. Die Bibel gibt es in gedruckten und digitalen Formaten, zum Beispiel als E-Book, App und Computersoftware. In der Reihe der Schmuckschuber erscheinen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gestaltete Editionen. Zu den prominenten Gestaltern gehören zum Beispiel der Trainer Jürgen Klopp, die Schauspielerin Uschi Glas und Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017.

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Foto 1: (im Bild von links) Gerd Kanz, Heinrich Bedford-Strohm und Dr. Christian Brenner, Leiter der Abteilung „Bibel im Leben“ der Deutschen Bibelgesellschaft

Foto 2: (im Bild von links) Unternehmer Dr. Friedhelm Loh, Sängerin und Kabarettistin Margarete Kosse, Heinrich Bedford-Strohm, Journalist und Musiker Christoph Zehendner und Dr. Michael Inacker, Vorstandsvorsitzender der Internationalen Martin-Luther-Stiftung.

Lutherbibel revidiert 2017 mit Schmuckschuber
Edition von Heinrich Bedford-Strohm

Deutsche Bibelgesellschaft
ISBN 978-3-438-03328-4
Preis: 39 Euro

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www.die-bibel.de

Kontakt

Sven Bigl
Referent Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Bibelgesellschaft
Balinger Straße 31 A
Tel: +49 711 7181-286
Mobil: +49 157 51 63 88 50
E-Mail: bigl

Ökumenische Bibeltagung: „Das Wort – ganz nahe bei dir“

Evangelische und katholische Bibelübersetzungen offiziell überreicht

Stuttgart. In einem ökumenischen Gottesdienst haben sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, offiziell gegenseitig die beiden neuen Bibelübersetzungen überreicht. Lutherbibel und Einheitsübersetzung sollen künftig zusammen in ökumenischen Gottesdiensten verwendet werden.

Kardinal Marx betonte in seiner Einführung in der Konkathedrale St. Eberhard in Stuttgart, dass die Beschäftigung mit der Bibel keine Saisonaufgabe sei. „Sie ist eine sprudelnde Quelle. Das Wasser, das aus ihr geschöpft wird, wird nicht weniger, sondern mehr. Je mehr wir uns mit der Heiligen Schrift auseinandersetzen, desto mehr erfahren wir das Geheimnis Christi“, so Kardinal Marx. Beide Kirchen hätten sich in den vergangenen Jahren der Aufgabe gestellt, die Heilige Schrift in ihrer deutschen Übersetzung zu überarbeiten. „Es freut mich sehr, dass wir in einem solch ökumenisch bedeutsamen Jahr 2017, in dem wir uns gemeinsam an die Ereignisse der Reformation vor 500 Jahren erinnern und sie heute als Christusfest feiern, Gottes Wort in unsere Mitte stellen.“

In seiner Predigt hob Landesbischof Bedford-Strohm hervor: „Es gibt nichts, was es nicht in der Bibel gibt, sie schreitet den Rand und die Mitte der menschlichen Existenz ab und stellt alles vor Gott. Deswegen gilt für mich: Die Bibel ist das Buch der Bücher und die Quelle der Humanität, ja die Quelle allen erfüllten Lebens, denn sie kennt den diesseitigen Menschen in allen Aspekten, aber sie reduziert ihn nicht auf‘s Diesseits, sondern erschließt die Quellen des Lebens, die aus der Ewigkeit kommen. Christlicher Glaube heute heißt, sich auf diese Geschichten einzulassen, diese Geschichten in die eigene Biographie hineinzuschreiben und umgekehrt das eigene Leben zum Teil der großen Geschichte Gottes mit den Menschen werden zu lassen und sein Leben im Lichte dieser Geschichte zu deuten. In dieser Geschichte ist ein Geist der Freiheit aufbewahrt, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erschließt.“

In den vergangenen Jahren wurden die Einheitsübersetzung und die Lutherbibel jeweils einer eingehenden Überprüfung und Revision unterzogen. Bei der Überreichung der neuen Bibeln sagten Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm: „Mit den neuen Übersetzungen erinnern wir uns an unsere gemeinsame Grundlage – die Heilige Schrift – und bringen gleichzeitig unsere Wertschätzung für die jeweils andere Übersetzung zum Ausdruck. Für die ökumenischen Gottesdienste auf den verschiedenen Ebenen empfehlen wir, auf die Texte der revidierten Einheitsübersetzung und Lutherbibel zurückzugreifen und wenn möglich auch beide Übersetzungen zu Gehör zu bringen.“ Einheitsübersetzung und Lutherbibel sind damit gemeinsame Grundlage für die ökumenische Arbeit insgesamt.

Mit einer Ökumenischen Bibeltagung, die unter dem Leitwort „Das Wort – ganz nahe bei dir“ (Dtn 30,14) stand, wurde die Einführung der Bibelausgaben in Stuttgart begleitet. Der frühere Bischof von Erfurt, Bischof em. Dr. Joachim Wanke, und der frühere Landesbischof von Thüringen, Dr. Christoph Kähler, berichteten vor rund 200 Teilnehmern über die Revisionsprozesse der Bibel. Die Journalistin Dr. Christiane Florin führte ein Gespräch mit der Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff über die Rolle der Bibel für die kulturelle und religiöse Selbstvergewisserung der Gesellschaft. Ziel der Tagung war es, über die für die evangelische Kirche grundlegende Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers und die in allen deutschsprachigen katholischen Bistümern verwendete Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift in ihren nun vorliegenden neuen Ausgaben miteinander ins Gespräch zu kommen. In Stuttgart wurden die beiden Bibelübersetzungen gewürdigt und deren gesamtgesellschaftliche Bedeutung hervorgehoben.

Die Tagung wurde von der EKD, der Deutschen Bischofskonferenz und der Deutschen Bibelgesellschaft sowie dem Katholischen Bibelwerk veranstaltet und organisiert.

Hinweis:
Redebeiträge der Tagung sowie die Predigt von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm finden Sie unter www.dbk.de; www.ekd.de; www.bibelwerk.de; www.die-bibel.de.

10.000 Fans der BasisBibel auf Facebook

10.000 Fans der BasisBibel auf Facebook

Viel Lob für Bibelübersetzung im sozialen Netzwerk

Stuttgart. Die Facebook-Seite der BasisBibel hat jetzt 10.000 Fans. Seit Start der Seite im Oktober 2009 steigert sich die Zahl der Fans stetig. Nutzerinnen und Nutzer schätzen vor allem den Austausch über biblische Texte, die Qualität der Bibelübersetzung und den täglichen Impuls mit Bibelvers. Die BasisBibel ist ein crossmediales Projekt der Deutschen Bibelgesellschaft. Es nimmt das durch elektronische Medien veränderte Leseverhalten auf.

„Mit dem täglichen Impuls auf der Facebook Seite der BasisBibel erreichen wir jeden Tag Tausende Bibelleser, Bibeleinsteiger, aber auch Leute, die sich einfach von dem Bibelvers inspirieren lassen wollen“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. „Die 10.000 Fans auf Facebook zeigen, wie viele inzwischen die innovative BasisBibel als ihre Übersetzung schätzen, die eine klare Sprache nutzt und wie keine andere in die Welt der digitalen Medien passt.“

„Mit der BasisBibel Facebook Seite wollen wir die Bibel wieder ein Stück in den Alltag zurückbringen“, sagt Social Media Managerin Franziska Schikora. „Die täglichen Verse sind als Impuls formuliert und nehmen auch mal auf das aktuelle Geschehen Bezug – sie zeigen, dass die Bibel gar nicht so weit von unserem täglichen Leben entfernt ist, wie manche denken.“

Von den Nutzern kommt viel Lob zur Seite und zur Übersetzung. „Ich liebe die BasisBibel und arbeite viel mit ihr!“ oder „vielen Dank für die wertvolle Arbeit“, heißt es in Kommentaren. „Die BasisBibel ist für mich die mit Abstand beste deutsche Bibelübersetzung unserer Zeit“, betont zum Beispiel Pfarrer Henner Eurich.

Die BasisBibel wendet sich an eine neue Generation von Leserinnen und Lesern, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache nicht mehr vertraut ist. Sie ist die erste crossmediale Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtigt. Die BasisBibel gibt es bisher in der Reihe „bibel multimedial“, im Internet, als App für Smartphones, als Hörbibel und als gedrucktes Buch mit dem Neuen Testament und den Psalmen.

Mehr Informationen: facebook.com/basisbibel.de und www.basisbibel.de

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Erfolgsgeschichte Lutherbibel 2017

Deutsche Bibelgesellschaft verdoppelte im Vorjahr Verbreitungszahlen

Stuttgart. Die Deutsche Bibelgesellschaft hat 2016 mehr als doppelt so viele Bibeln verbreitet wie im Jahr zuvor. 518.961 deutschsprachige Bibeln gingen über den Ladentisch oder wurden im Internet bestellt. 2015 waren es 254.396 Exemplare. Der wesentliche Faktor für die hohe Zahl war die revidierte Lutherbibel 2017. Vom Verkaufsstart am 19. Oktober 2016 bis zum Jahresschluss wurden 307.147 gedruckte Ausgaben des Klassikers verkauft.

„Die Bibel bleibt das Buch, das Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen und in allen Lebenssituationen erreicht“, betont der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Dies sei auch ein positives Signal für den Ökumenischen Bibelsonntag, der am kommenden Sonntag, 29. Januar, bundesweit gefeiert wird. Dieses Bild ergänzt, dass die Bibelgesellschaft auch mehr Kinder- und Jugendausgaben verbreiten konnte. Deren Absatzzahl stieg von 2015 auf 2016 von 186.658 auf 239.200 Exemplare.

„Der gute Start für die Lutherbibel 2017 freut uns sehr und ist zugleich Ansporn diese Erfolgsgeschichte im Jahr des 500.

Reformationsjubiläums fortzusetzen“, sagt Rösel. In den Medien, im Buchhandel, in den Kirchen und Gemeinden sei die revidierte Lutherbibel nahezu überall auf positive Resonanz gestoßen. Die sorgfältige Bearbeitung des Textes sowie die Vielfalt und Qualität der Ausgaben habe diesen Erfolg möglich gemacht. Jetzt gelte es auf diesem Weg weiter voranzugehen.

Die Lutherbibel wurde auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft durch eine Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland überarbeitet. Außer in den klassischen Druckausgaben erscheint die Lutherbibel auch als Hörbuch, E-Book, App und Computersoftware. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung.

Bei der Deutschen Bibelgesellschaft erscheint als zweite vollständige Übersetzung des Alten und Neuen Testaments die moderne Gute Nachricht Bibel. Sie ist die einzige durchgängig interkonfessionelle Übersetzung auf Deutsch. Als weitere Bibelübersetzungen werden in den nächsten Jahren die BasisBibel und die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) fertiggestellt. Für beide sind bisher bereits das komplette Neue Testament und Teile des Alten Testaments übersetzt. Die DBG charakterisiert die BasisBibel als die „innovative“ und die mit Partnern erstellte NGÜ als die „präzise“ Übersetzung.

Weltweit und bei allen Konfessionen sind die wissenschaftlichen Ausgaben der Deutschen Bibelgesellschaft in den Ursprachen die Grundlage für theologische Wissenschaft und Bibelübersetzung. Dazu gehören die „Biblia Hebraica Stuttgartensia“ und die „Biblia Hebraica Quinta“, das „Greek New Testament“ und das „Novum Testamentum Graece“ (Nestle-Aland).

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Foto: Dr. Christoph Rösel (Bildnachweis DBG)