Rundbrief 2014-03 der Deutschen Bibelgesellschaft

Liebe Schwestern und Brüder,
Generalsekretär Dr. Christoph Rösel und Verlegerischer/
Kaufmännischer Leiter Reiner Hellwig werden
am Freitag, 11. April, 14.30 in der Stuttgarter
Schlosskirche mit einem Festgottesdienst eingeführt.
Gleichzeitig wird Geschäftsführer Reinhard
Adler verabschiedet. Dazu sind alle herzlich eingeladen.
Dieser Rundbrief ist zudem um einen Text
von Herrn Adler zum Abschied erweitert.
Beste Grüße
Ihre Deutsche Bibelgesellschaft

Nachrichten und Hinweise
Vorstand der Mecklenburgischen und
Pommerschen Bibelgesellschaft gewählt
Pröpstin Helga Ruch und Pastor em. Eckart Ohse
sind Vorsitzende und stellvertretender Vorsitzender
der im Herbst 2013 gebildeten „Mecklenburgischen
und Pommerschen Bibelgesellschaft“. Für vier
Jahre wurden die Stralsunderin und der Schweriner
zusammen mit fünf weiteren Personen von der
Mitgliederversammlung am 14. März im Niederdeutschen
Bibelzentrum St. Jürgen in Barth in den
Vorstand gewählt. Das Vertrauen erhielten zudem
Ministerialrat Ulrich Hojczyk (Schriftführer), Christian
Meyer (Schatzmeister), Pastorin Annemargret
Pilgrim, Karoline Preisler und Helmut Steigler.
Eckart Ohse informierte die Versammlung darüber,
dass „Dat Nie Testament“ neu herauszugeben
werden soll. Die Mitglieder beauftragten den Vorstand
für dieses Vorhaben eine Finanzierung zu
suchen. Die „Mecklenburgische und Pommersche
Bibelgesellschaft“ ist aus der bisherigen Mecklenburgischen
Bibelgesellschaft und der Pommerschen
Bibelgesellschaft hervorgegangen. Sie ist
ein gemeinnütziger und eingetragener Verein.

Moses, Petrus und viele andere biblische
Geschichten zum Anschauen
Wer hat
Interesse
an einem
„biblischen
Bilderbuch?
Volkmar
Heger, pensionierter
Pfarrer in
Oldenburg,
hat es in vielen Jahren geschaffen. Aus Holzfiguren
und Naturmaterialien hat er biblische Geschichten
gestaltet. Die Weihnachtsgeschichte ist dargestellt,
auch die Kreuzigung und Ostergeschichte. Daneben
finden sich die bekannten Erzählungen aus
dem Alten Testament: die Schöpfung (mit Saurierfiguren),
die Sintflut- und Mose-Geschichten und
vieles mehr. Die Szenen sind in ihrem theologischen
Zusammenhang gruppiert, die Heilsgeschichte
führt zum „himmlischen Jerusalem“, das
den Zielhorizont der Darstellung bildet. Die Figuren
hat Volkmar Heger auf seinen Reisen in Bethlehem
und Jerusalem erworben oder in Bayern schnitzen
lassen. Die Ausstellung benötigt eine Fläche von
etwa 5 mal 5 Metern und sollte von drei Seiten
zugänglich sein. Ideal wäre es, wenn sie im Seitenoder
Nebenraum einer Kirche stünde, die eine
gewisse touristische Bedeutung hätte; auch Bibelmuseen
oder -ausstellungen wären ein geeigneter
Ort. Wichtig wären Menschen, die Besuchergruppen
eine Einführung geben.
Es fallen nur die Kosten für den Transport von
Schöningen (bei Braunschweig) und die Herrichtung
des Raumes an. Wenden Sie sich bei Interesse
an Volkmar Heger, Telefon 0441-509 8778. AF

Niederdeutsches Bibelzentrum
Das Niederdeutsche Bibelzentrum
in Barth wird nach Beschluss der
Landessynode seit Januar 2014
von der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Norddeutschland getragen
und ist ein Bestandteil im
„Hauptbereich Gottesdienst und
Gemeinde“ der Nordkirche. Die
weitere Arbeit im Bibelzentrum steht damit auf sicheren
Füßen, so der Leiter Johannes Pilgrim. Alle
Mitarbeitenden wurden übernommen. Von Januar
bis Anfang April arbeitet Tabea Graichen (im Bild)
aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
in einem Studienurlaub im Bibelzentrum mit.
Sie hatte sich das Zentrum als Projekt gewählt.

Seit dem 1. März 2014 arbeitet
Pastor Jens Haverland (im Bild) mit
einem Stellenanteil von 25 Prozent
als Theologischer Referent im
Barther Bibelzentrum. Neben seiner
Tätigkeit als Pastor in einer
nahe gelegenen Gemeinde wird er
das Team des Bibelzentrums unterstützen.
Mit einer weiteren zu besetzenden Stelle
für den theologisch-pädagogischen Bereich soll
noch in diesem Jahr den vielfältigen Anfragen und
Arbeitsgebieten besser entsprochen werden. Das
Faltblatt mit den Veranstaltungen des Jahres 2014
weist auf gut zwanzig kulturelle Angebote hin. Darunter
ein Studientag zum Thema „Gottes Segen
und unser Segnen“ mit der Berner Theologieprofessorin
Magdalene Frettlöh am 25.April. Mehr
Infos gibt es unter Bibelzentrum-barth.de.

Stade: 15 Jahre Christliche Buchhandlung
„15 Jahre – Ein Grund zum Feiern“, so lautete das
Motto für einen „Tag der offenen Tür“ der Christlichen
Buchhandlung in Stade am 29. März. Trägerin
der Buchhandlung ist die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft.
Ein ehrenamtliches Mitarbeiterteam
von zurzeit 23 Frauen und Männern garantieren
für die verlässlichen Öffnungszeiten der Buchhandlung.
Im Jubiläumsjahr finden noch weitere
Aktionen statt: Vom 12. bis 16. Mai wird das Bibelmobil
den Sprengel Stade besuchen. Der EKDRatsvorsitzende
Dr. h.c. Nikolaus Schneider mit
seiner Frau Anne sowie Samuel Koch sind am
10. Juni um 19 Uhr in der Stader Sankt Wilhadi-
Kirche zu Gast. Es gibt eine Lesung zum Thema:
„Vertrauen – was im Leben wirklich trägt“.

Wörlitz: 20 Jahre Bibelturm
Jubiläum in Wörlitz: In der leer stehenden Türmerwohnung
wurde am 3. September 1994 die Ausstellung
„Von Türm- und Türmergeschichten“ eröffnet.
Damit wurde aus dem Kirchturm der Wörlitzer
Sankt Petrikirche der Bibelturm Wörlitz. Die Trägerschaft
lag bei der Evangelischen Hauptbibelgesellschaft,
die mit der Evangelischen Kirchengemeinde
Wörlitz und der Evangelischen Landeskirche
Anhalts zusammenarbeitete. Der Bibelturm
Wörlitz ist von Anfang an eine ökumenische Initiative
gewesen. Die inhaltliche Arbeit wird durch den
Bibelturmbeirat getragen, in dem Vertreter aus dem
katholischen Dekanat Dessau, der Evangelischmethodistischen
Kirche Dessau, dem Gemeinschaftsverband
Sachsen-Anhalt und der Evangelischen
Landeskirche mitarbeiten. Nach Auflösung
der Evangelischen Haupt-Bibelgesellschaft übernahm
die Anhaltische Landeskirche mit der Trägerschaft
auch die Finanzierung des Projektes. Die
laufende Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“
wurde am 9. Mai 2009 eingeweiht und zog bis zu
13.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr an.
Die Sankt Petrikirche und der Bibelturm Wörlitz
sind 2014 von Sonntag Palmarum bis Mitte Oktober
dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Die Saison wird am Sonntag, 13. April, um
14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet.
Zum Festprogramm aus Anlass des 20.
Jubiläums lädt der Bibelturm für Samstag, 11. Oktober,
von 10 bis 16 Uhr ein. Genauere Programminformationen
folgen auf www.bibelturm.de.
80. Geburtstag von Ekkehard Runge
Pfarrer i.R. Ekkehard Runge, ehemaliger Direktor
der Evangelischen Haupt-Bibelgesellschaft in
Berlin, wird am 6. April 80 Jahre alt. Runge war
nach der Wende unter anderem Mitglied des
Verwaltungsrates und des Werbeausschusses der
Deutschen Bibelgesellschaft. Er war zudem im
Weltverband der Bibelgesellschaften und für
„Biblische Reisen“ engagiert.
„Rundbrief – Nachrichten aus dem Bibelnetzwerk
in Deutschland“ ist eine monatliche Information
für Gremien und Mitglieder der Vollversammlung
der Deutschen Bibelgesellschaft. Verantwortlich
für die Inhalte ist Geschäftsführer Reinhard
Adler, Balinger Straße 31A, 70567 Stuttgart.

Abschied nehmen:

Etwas stirbt – aber Neues entsteht
Was ist Glück für uns?
Menschen geben unterschiedlich
Auskunft
hierüber: frei haben, mit
guten Menschen beisammen
sein, spazieren
gehen, wenn die
Sonne scheint, das
Lachen nicht verlieren,
wenn man gebraucht
wird. Wann empfinden
Sie Glück? Was macht
Sie glücklich? Das wäre
doch ein guter Vorsatz
für das 2014, dem
Glück nachzugehen, so oft wie irgend möglich
glücklich zu sein. Ist das so schwer? Könnte es
sein, dass uns oft eher einfällt, was uns unglücklich
macht, als was uns beglückt?
Ich habe den Eindruck, dass wir unsere Erwartungen
manchmal zu hoch schrauben und uns dann
wundern, dass wir die Latte nicht überqueren können.
Die Jahreslosung 2014 sagt uns: “Gott nahe zu
sein ist mein Glück“ (Psalm 73,28). Glück (in der
Bibel nach Martin Luther: „Freude“) hat für den
Beter im Alten Testament immer mit Gott zu tun.
Wenn er ihm nahe ist, ist es Glück, egal wie sein
Leben sonst aussieht. Das enthebt ihn der ständigen
Suche nach Glück.
Mit einem Gottesdienst am 11. April 2014 werde
ich von Landesbischof i.R. Dr. Johannes Friedrich
vom Amt des Geschäftsführers der Deutschen
Bibelgesellschaft (DBG) entbunden und Dr. Christoph
Rösel wird in dieses Amt eingeführt.
Ich wünsche Ihnen allen – nach meinem 20-
monatigen Intermezzo – eine gute, ertragreiche,
kooperative und gesegnete Zeit mit der neuen Leitung.
Ich bin dankbar und glücklich, dass ich auf
Empfehlung von Oberkirchenrat Stefan Werner
zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen
und der wohlwollenden Unterstützung der Gremien
eine so wunderbare Arbeit in der DBG verrichten
konnte. Ich war hierbei Gott nahe, das ist mein
Glück. Ihnen allen wünsche ich viel Freude mit der
Arbeit an der Bibel, die Grundlage unseres christlichen
Glaubens.
Auf die DBG kommen große Herausforderungen
zu. Es gilt visionäre und strategische Ziele und
Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen die „großen“ Bibelübersetzungen
wie die Lutherbibel, die BasisBibel, die
Neue Genfer Übersetzung und die Gute Nachricht.
Die überarbeitete Lutherbibel kommt mit Beginn
des 500. Reformationsfestes am 31. Oktober 2016
auf den Markt. Die BasisBibel soll 2019 als Vollbibel
und die NGÜ 2021 erscheinen. Die Gute Nachricht
Bibel ist die einzige ökumenische Übersetzung,
sie erreicht zum Teil andere Zielgruppen als
die BasisBibel. Zeitnah zu den neuen Übersetzungen
werden Begleitmaterialien und digitale Medien
erscheinen.
Grundlage hierfür wird ein weiter zu entwickelndes
Marketingkonzept auf der Basis von Markt- beziehungsweise
Bedarfs-und Zielgruppenanalysen
sein. Ebenso ist die weltweite Marktführung der
DBG mit den wissenschaftlichen Bibelausgaben
weiter zu behaupten. Nach unserer Vision muss
sich die DBG zum Kompetenzzentrum für biblische
und glaubensorientierte Problemstellungen weiterentwickeln;
dies bedeutet beispielsweise mehr
anspruchsvolle populäre, wissenschaftliche und
bibelerschließende Produkte zum Beispiel in neuen
Buchreihen. Die DBG sollte stärker Medien wie
E-Books und Apps in Eigenregie entwickeln. Sie
könnte dadurch die eigene Wertschöpfungsbasis
verbessern und wäre nicht von großen Marktanbietern
abhängig. Gleichzeitig käme sie dem geänderten
Leseverhalten vor allem junger Menschen entgegen.
Der Rückgang der Buchhandelsumsätze ließe sich
durch höhere Umsätze bei den Neuen Medien und
im Online-Marketing kompensieren. Im Bereich
Personalentwicklung überträgt die DBG rechtzeitig
Verantwortungsbereiche an junge und kompetente
Mitarbeitende.
Die DBG nimmt die Herausforderungen der Bibel
als Kulturgut in der modernen Gesellschaft an.
Die DBG will neue und jüngere Zielgruppen gewinnen,
so dass die weltweiten Projekte der Weltbibelhilfe
und auch bibelmissionarische Aktionen in
Deutschland finanziert werden können.
Die DBG geht Kooperationen mit anderen Institutionen
ein, um ihre Arbeit sinnvoll zu ergänzen; z.B.
mit dem Bibellesebund und anderen Partnern
(SCM, Evangelische Verlagsanstalt, Katholisches
Bibelwerk u.a.). Grundlegend sind Überschneidungen
des jeweiligen Missionsverständnisses.
Die Kirchen benötigen mehr Pfarrer und Älteste,
die eine frohmachende Botschaft verkündigen. Der
badische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer hat betont,
die Kirche solle sich verstärkt um neue Formen
der Glaubensbildung und -stärkung bemühen.
Die Kirche müsse verstärkt Begegnungsräume
schaffen, in denen Menschen in den Glauben eingeführt
und zu einem Verstehen der Frohen Botschaft
angeleitet werden können. Glaube ist keine
Privatsache. Auch ehrenamtlich Mitarbeitende
bringen ihre Glaubens-, Lebens- und Berufserfahrung
ein, um der Kirche zu helfen, bei ihrer Sache
zu bleiben und sie voranzubringen. Hierbei ist zum
Beispiel die Diakonie, verzeihen Sie einem eingefleischten
diakonischen Unternehmer, ein Herzstück
der Kirche. Als Partner der Kirche übernehmen
die Diakonie und die DBG Verantwortung
dafür, dass alle Menschen das Evangelium und
darin die gottesliebende Zuwendung erfahren können.
Die Produkt-Marken der DBG wie die „Lutherbibel“,
die „BasisBibel“ oder die „Gute Nachricht Bibel“,
auch die wissenschaftlichen Ausgaben, sollen zu
unverwechselbaren Markenzeichen protestantischer
Glaubensorientierung werden. Dies gilt für
alle drei Geschäftsfelder Verlag, Weltbibelhilfe und
Bibel im Leben.
Die 10. Vollversammlung des ökumenischen Rates
der Kirchen übte Kritik an der Marktwirtschaft und
der Weltwirtschaftsordnung, weil der Glaube an
den „Mammon“ die Glaubwürdigkeit des Evangeliums
infrage stelle. In einer „Erklärung über den
Weg zum gerechten Frieden“ heißt es: „Soziale
Gerechtigkeit tritt Privateigentum entgegen, wirtschaftliche
Gerechtigkeit dem Reichtum, ökologische
Gerechtigkeit dem Konsum und politische
Gerechtigkeit Macht an sich“.
Bei der künftigen Ausgestaltung strategischer Ziele
und die sich daraus ergebenden Maßnahmen und
Projekte wünsche ich der DBG Mut und Zuversicht
und Gottes Segen.
Angesichts der 500. Wiederkehr des Thesenanschlags
2017 ist zu fragen, ob Luther heute neue
Thesen anschlagen würde? Er würde danach fragen,
ob die evangelische Kirche sich noch um die
reine Lehre kümmert. Luther redete ein deutliches,
allgemein verständliches Deutsch, das von Hoch
und Niedrig verstanden wurde. Luther hat damit die
Kirche zu ihren biblischen Wurzeln zurückgeführt.
Vielleicht wird das Lutherjahr 2017 ähnlich wie das
Lutherjahr 1917 auch ein Jahr des Aufbruchs für
den deutschen Protestantismus. Damals brach sich
eine Erweckungsbewegung Bahn, großenteils von
Laien getragen, die sich schnell zu einer Wiederentdeckung
des reformatorischen Bekenntnisses
entwickelt hat.
Ich wünsche Ihnen Gottes reichlichen Segen, Gerechtigkeit,
Demut, Glaube, Hoffnung, Liebe, Freiheit,
Glück und Verantwortung für Ihre so wertvolle
Arbeit. Erkennen Sie die Zeichen der Zeit – die
Deutsche Bibelgesellschaft hat eine starke Mannschaft.
In Dankbarkeit, für die gemeinsame Zeit
verbleibe ich Ihr
Reinhard Adler.