„Ein schöner Anlass die Bibel neu zu entdecken“

Sonderbriefmarke zur Lutherbibel 2017 im Frankfurter Bibelhaus präsentiert

Frankfurt am Main. Die Sonderbriefmarke „Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers“ ist am heutigen Dienstag im Frankfurter Bibelhaus Erlebnis Museum präsentiert worden. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Michael Meister, betonte dabei die überragende kulturelle Bedeutung der Bibelübersetzung Luthers besonders für die Entwicklung der Deutschen Sprache.

„Luthers Weg führte ihn zurück zu den Quellen“, sagte der Direktor des Bibelhauses, Dr. Jürgen Schefzyk, in seiner Begrüßung. Im Bibelhaus stehe man mitten in der Zeit, in der der Bibeltext entstanden ist. „Zurück zu den Quellen heißt heute über die Ursprachen der Bibel hinaus in die Welt der Archäologie zu reisen und sich aus beidem die Übersetzung zu erschließen“, so Schefzyk. „Deshalb illustriert dieser Ort die neue Lutherbibel und ich bin dankbar, dass die Präsentation der Briefmarke hier stattfindet.“

Das Bundesfinanzministerium hat die Briefmarke im Wert von 260 Cent auf Anregung der Evangelischen Kirche in Deutschland herausgegeben. In der Veranstaltung berichtete der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, von der Revisionsarbeit für die Lutherbibel 2017. „Wir freuen uns, dass auch auf diese Weise die Lutherbibel als zentrales Element des Reformationsjubiläums gewürdigt wird“, sagte er zur neuen Sondermarke. Luther habe seine Übersetzung selbst immer wieder geprüft und überarbeitet. Dieses Qualitätsmerkmal illustriere die Briefmarke eindrücklich.

„Martin Luther kam 1521 auf seinem Weg nach Worms durch Frankfurt. Die Bevölkerung unterstützte die Reformation, obwohl Frankfurt durch die römisch-katholischen Kaiser große Privilegien erhalten hatte und so wurde Luther begeistert empfangen“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann in seinem Grußwort und führte weiter aus: „Luther und die Reformation haben unser Frankfurt geprägt. Auch durch sein Wirken ist unsere Stadt so weltoffen und modern.“

„Die Bibel auf der Briefmarke – ein schöner Anlass neu zu entdecken, was biblische Texte mir heute sagen und welche Kraft sie entfalten“, sagte, die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf. Die Beschäftigung mit der Bibel sei nie beendet, sondern im besten Fall ein lebenslanger, lebendiger Prozess. Das gelte nicht nur für die Übersetzung, sondern auch für die eigene Bibellektüre.

Das Sonderpostwertzeichen zeigt einen kleinen Ausschnitt aus Matthäus 27 in Luthers Revisionsexemplar mit Veränderungen für eine Neuauflage der „Biblia, das ist die gantze Heilige Schrift Deudsch“ für 1541. Luther trug rechts Korrekturen handschriftlich ein und nahm entsprechend links im Druck des von ihm bereits übersetzten Textes Streichungen vor. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Lutherbibel mehrfach bearbeitet. Im Oktober 2016 erschien die „Luther Bibel 2017“ erneut in revidierter Form. Gestaltet hat das Sonderpostwertzeichen der Grafiker Professor Peter Krüll aus Kranzberg; es hat einen Wert von 260 Cent und ist seit dem 2. Januar 2017 erhältlich.

RTM

,,„Das Wort – ganz nahe bei dir“ (5. Mose/Dtn 30,14)

Ökumenische Bibeltagung in Stuttgart

Stuttgart. Aus Anlass der Veröffentlichung der neuen Bibelübersetzungen laden die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bibelwerk e. V. und der Deutschen Bibelgesellschaft zu einer Ökumenischen Bibeltagung ein. Unter dem Leitsatz „Das Wort – ganz nahe bei dir“ (5. Mose/Dtn 30,14) findet die Tagung am Donnerstag, dem 9. Februar 2017 in Stuttgart statt.

Aus Anlass der Veröffentlichung der neuen Bibelübersetzungen laden die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bibelwerk e. V. und der Deutschen Bibelgesellschaft zu einer Ökumenischen Bibeltagung ein. Unter dem Leitsatz „Das Wort – ganz nahe bei dir“ (5. Mose/Dtn 30,14) findet die Tagung am Donnerstag, dem 9. Februar 2017 in Stuttgart statt.

Ziel der Tagung ist es, über die für die evangelische Kirche grundlegende Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers und die in allen deutschsprachigen katholischen Bistümern verwendete Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift in ihren nun vorliegenden neuen Ausgaben miteinander ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig sollen die Bibelübersetzungen gewürdigt und deren gesamtgesellschaftliche Bedeutung hervorgehoben werden.

Auftakt ist ein ökumenischer Gottesdienst um 11.00 Uhr in der Domkirche St. Eberhard unter Leitung des Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Am Nachmittag werden im Rahmen eines Symposiums zunächst Bischof em. Dr. Joachim Wanke (Erfurt) und Landesbischof i. R. Dr. Christoph Kähler (Leipzig) die beiden Bibelübersetzungen vorstellen. Im Gespräch wird die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff die Bedeutung der Heiligen Schrift für das kulturelle und religiöse Selbstverständnis der Gesellschaft beleuchten. Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx berichten, was sie an der Bibel schätzen. In verschiedenen Workshops geht es anschließend um ökumenische Fragestellungen der Übersetzungen, Revisionsprinzipien, bibelpastorale Methoden und theologische Aspekte.

Die Tagung ist ein weiteres Element des gemeinsamen Christusfestes, das Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx aus Anlass des 500-jährigen Reformationsgedenkens für das Jahr 2017 verabredet haben.

Hinweise:

Das Programm der Tagung finden Sie auf beigefügtem Flyer der auch als PDF-Download auf den Internetseiten www.dbk.de, ekd.de, bibelwerk.de und die-bibel.de abrufbar ist.

Vertreterinnen und Vertreter der Medien werden gebeten, sich formlos mit einer Email in den Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz oder der EKD (pressestelle; presse) anzumelden.

Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz, der EKD, des Katholischen Bibelwerkes e. V. und der Deutschen Bibelgesellschaft zeitgleich verschickt. Mehrfachzusendungen bitten wir zu entschuldigen.

Mehr Informationen

www.die-bibel.de

2017_Oekumenische-Bibeltagung_Flyer_elektronisch.pdf

Zu Besuch bei den wachsenden Gemeinden in China

Generalsekretär Dr. Christoph Rösel berichtet im „Bibelreport“

Stuttgart. Vom schnellen Wachstum der christlichen Gemeinden in China berichtet der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft Dr. Christoph Rösel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“. Rösel besuchte im Herbst dieses Jahres unter anderem die Gemeinde in Zhoukou, eine Großstadt in der chinesischen Provinz Henan. In der Gemeinde entsteht zurzeit eine neue Kirche, die 5000 Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern Platz bieten soll.

„Wer in China Christ ist, geht am Sonntag in die Kirche“, erklärt Rösel. Die chinesische Kirche habe deshalb schlichtweg ein Platzproblem. Durch das schnelle Anwachsen der Gemeinden seien viele Kirchengebäude völlig überfüllt. Deshalb müssten vielerorts neue Gotteshäuser gebaut werden. Der Neubau des Kirchengebäudes in Zhoukou ist aber auch für Seminare und Schulungen von ehrenamtlichen Predigerinnen und Predigern nötig sowie für die Bibelschule mit 240 Studierenden, die hier untergebracht ist. Die Baukosten muss die Gemeinde selbst aufbringen. Die Gemeinde unterhält außerdem ein Krankenhaus und eine Buchhandlung, zudem führt sie eine Modellplantage, auf der sich Bauern für moderne Anbaumethoden schulen lassen.

Bibeln dürfen in China nur von Kirchen weitergegeben werden. Deshalb dürfe die eigene Buchhandlung in Zhoukou nicht fehlen, so Rösel. Um auch die Landbevölkerung zu erreichen, betreibt die Gemeinde außerdem einen Bibel-Kranken-Wagen. Mit dem Fahrzeug werden Bibeln in entfernt liegende Gemeinden transportiert. Zugleich wird damit eine medizinische Grundversorgung in diesen Orten angeboten. Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln des Weltverbandes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS).

Laut chinesischer Kirche gibt es offiziell rund 40 Millionen evangelische Christen im Land. Rechnet man die Christen in den inoffiziellen Hauskirchen mit, liegt die Zahl deutlich höher. Das Wachstum hält seit Jahren an. 1985 schlossen der Weltverband der Bibelgesellschaften und die chinesische Kirche ein Partnerschaftsabkommen. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt die christlichen Gemeinden in China über diese Partnerschaft.

Weitere Themen im aktuellen Bibelreport sind Bibelprojekte in Ghana, Kamerun und Litauen sowie die Gründung einer neuen Bibelgesellschaft in Aserbaidschan. In der Jahresserie zur Lutherbibel 2017 erläutert Professor Dr. Martin Rösel die Bearbeitung der sogenannten Apokryphen oder Spätschriften der Bibel. Der Rostocker Theologe war Koordinator für die Apokryphen in der Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland für die Revision der Lutherbibel.

Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben und berichtet fünfmal im Jahr über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Übersetzung der Heiligen Schrift. Den „Bibelreport als PDF zum Download gibt es auf www.die-bibel.de/weltbibelhilfe.

RTM

Mehr Informationen

www.die-bibel.de

Begleiten und stärken durch die Jahreslosung 2017 auf Deutsch und Arabisch

Faltbarer Kalender der Weltbibelhilfe im handlichen Format für Ehren- und Hauptamtliche

Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft bietet für 2017 einen faltbaren Kalender mit der Jahreslosung auf Deutsch und Arabisch an. Die ökumenische Jahreslosung für das kommende Jahr aus Ezechiel/Hesekiel 36,26 lautet: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

„Zu uns sind viele Frauen, Männer und Kinder aus arabischen Ländern gekommen, in denen Krieg und Gewalt herrschen“, sagt der Leiter der Weltbibelhilfe Horst Scheurenbrand. Die Flüchtlinge kämen nicht nur in eine fremde Kultur. Sie hätten zum Teil auch Furchtbares erlebt, das fortdauernd nachwirke. Zugleich fühlten sich einige Menschen in Deutschland durch diese Situation überfordert oder gar bedroht. Scheurenbrand: „Mit der Losung in arabischer und deutscher Sprache will die Weltbibelhilfe die Menschen aus beiden Kulturkreisen erreichen. Diese Losung soll sie durch das neue Jahr begleiten, stärken und Zuversicht schenken.“

Bereits die erste Jahreslosung auf Deutsch und Arabisch für 2016 war besonders in Kirchengemeinden stark gefragt. Der kleine Faltkalender mit der Losung eignet sich nach den Erfahrungen der Weltbibelhilfe für die Begegnung mit arabischsprechenden Flüchtlingen und als kleines persönliches Geschenk für ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in den Gemeinden, für Nachbarn, Freunde und Bekannte. Auch bei Weihnachts- oder Silvestergottesdiensten wird der handliche Jahreslosungskalender weitergegeben.

Unter weltbibelhilfe. Maximal können 50 Jahreslosungen bezogen werden. Der Versand ist kostenfrei. Ab einer Bestellung von 20 Stück bittet die Weltbibelhilfe um eine Spende von 5 Euro mit dem Stichwort „Jahreslosung 2017“. Bestellungen sind möglich, solange der Vorrat reicht.

RTM

Neuerscheinung: :Die Psalmen der Lutherbibel 2017 als Hörbuch

Sprecher Rufus Beck liest poetische Texte der Bibel

Stuttgart. Die Psalmen der Lutherbibel 2017 sind jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft als Hörbuch erschienen. Gelesen wird der poetische Bibeltext vom Schauspieler, Synchron- und Hörbuchsprecher Rufus Beck. Das Hörbuch ist als Audio-CD und als Datei im Mp3-Format zum Download verfügbar.

Die Sprachkraft Martin Luthers zeigt sich besonders in diesem biblischen Buch. „An der Psalmenübersetzung hat Luther über einen längeren Zeitraum gearbeitet“, erläutert Professor Dr. Christoph Kähler, der die Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Revision der Lutherbibel leitete. Die Psalmen gehören nach Ansicht des Theologen und ehemaligen Landesbischofs zu den Teilen seiner Bibelübersetzung, die Luther selbst besonders wichtig waren und die bis heute am meisten geschätzt und gelesen werden.

Der Reformator löste sich bei der Übersetzung mit der Zeit von seinen ursprünglichen Fassungen, damit die Texte im Deutschen besser verstanden werden können. Poesie und Rhythmus dieser Wiedergabe eignen sich besonders für ein Hörbuch. Die Lutherbibel 2017 hat durch eine bewahrende Bearbeitung die Sprachform erhalten.

Das Buch der Psalmen im Alten Testament umfasst 150 poetische Texte. Die meisten sind Lob- oder Klagelieder. So loben die Beter zum Beispiel Gott für die Schöpfung, für sein Wort, wegen der Hilfe für sein Volk und danken für die Freude des Gottesdienstes. In Klageliedern bringen das Volk und Einzelne ihr Leid vor Gott. Luther sagte zu den Psalmen: „Der Psalter ist eine rechte Schule, darin man den Glauben und gut Gewissen zu Gott lernt, übt und stärkt. Du lernst darinnen allerlei Lehre, Trost, Stärke und Freude, alle Wonne, wie es dein Herz wünschen möchte.“

Sprecher Rufus Beck wurde 2001 und 2008 mit dem Publikumspreis des Buchhandels, „Hökules“ beziehungsweise „Hörkulino“; für seine Lesung von Harry-Potter-Romanen ausgezeichnet. Der 59-Jährige erhielt bisher eine Goldene und sechs Platin-Schallplatten für die von ihm gelesenen Hörbücher. Er ist zudem ein gefragter Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Trickfilmfiguren in „Das große Krabbeln“ und „Shrek – Der tollkühne Held“ seine Stimme.

Die Lutherbibel 2017 erscheint in gedruckten und digitalen Formaten, zum Beispiel als E-Book, App und Computersoftware. Die komplette Hörbibel – gelesen von Rufus Beck – erscheint im Frühjahr nächsten Jahres. Eingeführt wird die revidierte Lutherbibel gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bibelgesellschaft. Zehn Jahre dauerte die inhaltliche Bearbeitung von der ersten Anfrage über die Arbeit einer EKD-Kommission bis zur Drucklegung. Die Lutherbibel 2017 erscheint zum 500. Reformationsjubiläum, das seit dem 31. Oktober dieses Jahres gefeiert wird.

RTM

Weiteres Pressematerial zur Lutherbibel 2017 gibt es unter folgendem Link:
https://www.die-bibel.de/service/pressebereich/pressematerial-zur-lutherbibel-2017/

Die große Luther-Hörbibel 2017 (Audio-CD)
Die Psalmen – gelesen von Rufus Beck
ISBN 978-3-438-02228-8
Deutsche Bibelgesellschaft
4 Audio-CDs im Digi Pack
Preis: 20 Euro

Die große Luther-Hörbibel 2017 (MP3)
Die Psalmen – gelesen von Rufus Beck
ISBN 978-3-438-02229-5
Deutsche Bibelgesellschaft
MP3 im Digi Pack
Preis 10 Euro

Kontakt
Sven Bigl
Referent Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Bibelgesellschaft
Balinger Straße 31 A
Tel: +49 711 7181-286
Fax: +49 711 7181-553-286
Mobil: +49 157 51 63 88 50
E-Mail: bigl

Mehr Informationen
www.die-bibel.de

Neuerscheinung „Flucht und Neuanfang“

Die bewegendsten Migrationsgeschichten der Bibel

Stuttgart. Viele Männer und Frauen in der Bibel eint ein Schicksal: Abraham, Jakob, Rut und selbst Jesus und seine Familie waren Flüchtlinge. Im Buch „Flucht und Neuanfang – Die bewegendsten Migrationsgeschichten der Bibel“ erzählt Autorin Elsa Tamez mit den Texten des Alten und Neuen Testaments von ihrem Schicksal. Gelesen werden diese Geschichten vor dem Hintergrund heutiger Migration.

„Die Bibel ist voller Geschichten über alle Arten von Migration“, heißt es im Vorwort des Buches. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einige verlassen ihre Heimat, weil sie von Gott einen besonderen Auftrag erhalten haben. Andere werden aus dem Heimatland vertrieben oder fliehen vor Hunger, Unterdrückung, Krieg und Verfolgung. Schon das erste Glaubensbekenntnis in der Bibel bezieht sich auf eine Flucht. Abraham bekennt: „Mein Vorfahr war ein heimatloser Aramäer. Als er am Verhungern war, zog er mit seiner Familie nach Ägypten und lebte dort als Fremder.“ (5. Mose/Deuteronomium 26,5)

„Es gibt nur wenige wichtige Ereignisse der Bibel, die nichts mit Wanderbewegungen zu tun haben“, schreibt Autorin Tamez. Das Buch „Flucht und Neuanfang“ greift unterschiedlichste Aspekte dieser biblischen Migrationsgeschichten heraus. Da geht es unter anderem um Menschenhandel als Form der Zwangsmigration, um die Ablehnung von Einwanderern und Gesetze zu ihrem Schutz sowie Frauen als Migrantinnen. Auch von den Erfolgen der Einwanderer wird am Beispiel Isaaks, Jakobs und Josefs berichtet.

„Die Ein- und Auswanderer in der Bibel machen ähnliche Erfahrungen wie heutige Migranten“, erläutert Elsa Tamez. Um die biblischen Geschichten mit den Augen heutiger Migrantinnen und Migranten zu sehen, müsse man etwas über deren Lebenswirklichkeit wissen. Viele Vorstellungen über Migranten seien falsch. Die Forschung zeige, dass beide Seiten, die Zuwanderer und die Einheimischen, profitieren können.

Autorin Elsa Tamez war Professorin für Bibelwissenschaften an der „Latin American Biblical University“ in Costa Rica. Die gebürtige Kolumbianerin forscht zu den Themen Gerechtigkeit, Armut und Frauen. Für den Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) arbeitet sie als Übersetzungsberaterin. Sie wünscht sich, dass ihr Buch eine Hilfe für viele Migranten ist: „Die Tatsache, dass alle wichtigen Persönlichkeiten der Bibel auf irgendeine Weise Ein- oder Auswanderer sind, gibt den Menschen eine gewisse Würde und die Gewissheit, dass Gott sie begleitet und beschützt. Gott macht keinen Unterschied zwischen Menschen, wir sind alle gleich vor ihm.“

„Flucht und Neuanfang“ wurde von Christiane Herrlinger ins Deutsche übersetzt. Die Originalausgabe auf Portugiesisch ist bei der Brasilianischen Bibelgesellschaft erschienen. Die Bibeltexte sind der Gute Nachricht Bibel entnommen. Dabei handelt es sich um eine moderne Bibelübersetzung für alle, die mit der traditionellen Kirchensprache nicht mehr vertraut sind. Sie ist bis heute die einzige durchgehend interkonfessionelle deutsche Bibelübersetzung.

RTM

Flucht und Neuanfang
Die bewegendsten Migrationsgeschichten der Bibel
ISBN 978-3-438-04813-4
Deutsche Bibelgesellschaft
Kartoniert, 215 Seiten
Format: 11,9 x 17,8 cm
Preis: 8,50 Euro

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www.die-bibel.de

Mit Bibeln der wachsenden Kirche in China helfen

Weltbibelhilfe unterstützt Projekte für Kinder in ländlichen Gemeinden

Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft ruft in der Advents- und Weihnachtszeit zu Spenden für die schnell wachsenden christlichen Gemeinden in China auf. Für Sonntagsschulen und andere kirchliche Kinderprogramme sollen in ländlichen Gebieten 20.000 Kinderbibeln und biblische Hefte zur Verfügung gestellt werden. Außerdem erhalten die Gemeinden Bibeln und Neue Testamente für ihre erwachsenen Mitglieder. Eine drängende Frage ist in ländlichen Gebieten häufig die „Generation der zurückgelassenen Kinder“, deren Eltern in den Städten arbeiten.

„Nach offiziellen Angaben gibt es in China 61 Millionen in den Dörfern zurückgelassene Kinder. Vielleicht sind es aber auch viel mehr“, sagt Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft nach einem Besuch im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Häufig leben die Kinder bei ihren Großeltern oder anderen Verwandten. Rösel: „Mitarbeitende der Kirchen möchten diesen Kindern von Gottes Liebe erzählen, damit sie sich geborgen wissen. Dabei können wir sie mit Kinderbibeln unterstützen.“

Laut Schätzungen der Kirchen kommen jedes Jahr eine halbe Million Chinesinnen und Chinesen neu zum christlichen Glauben. „Damit ist die protestantische Kirche in China eine der am schnellsten wachsenden Kirchen auf der Welt“, erläutert Rösel. Der Bedarf an Bibeln sei sehr groß, doch viele Christen seien zu arm, um sie selbst bezahlen zu können. „Deshalb bleibt es wichtig, dass zum Beispiel Spenderinnen und Spender aus Deutschland Bibelprojekte in China unterstützen“, so der Theologe.

Bei einem Besuch in einer ländlichen Gemeinde bei Zhoukou erlebte Rösel selbst hautnah, wie groß die Nachfrage bei chinesischen Christinnen und Christen nach der Bibel ist. Die Behörden hatten dort eine Verteilaktion genehmigt. „Unsere Gruppe hatte sich verspätet, doch die Menschen warteten über drei Stunden geduldig auf unsere Ankunft“, so der Theologe. Auch Christen aus anderen Dörfern seien gekommen. „Am Anfang waren 150 Bibeln vorgesehen, dann wurde die Zahl auf 300 Bibeln aufgestockt – aber es kamen über 400 Menschen“, berichtet er.

Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv.

Weitere Informationen im Internet unter www.die-bibel.de/weltbibelhilfe

RTM

Foto: Die chinesische Christin Chen Guo mit ihrer Enkeltochter Xueli (Foto: Weltbibelhilfe)

Kontakt
Tobias Keil
Weltbibelhilfe
der Deutschen Bibelgesellschaft
Balinger Straße 31 A
Tel: +49 711 7181-273
Fax: +49 711 7181-553-273
E-Mail: keil

Vorstellung der neuen Lutherbibel in Emden

Festlicher ökumenischer Auftakt zum Reformationsjubiläum

Emden. In der Europäischen Reformationsstadt Emden fand der Auftakt zum 500-jährigen Reformationsjubiläum mit einer gemeinsamen Abendveranstaltung der evangelisch-reformierten und evangelisch-lutherischen Kirchen nach dem ökumenischen Gottesdienst am Vormittag einen weiteren Höhepunkt. Präses Hilke Klüver und Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, Regionalbischof des Sprengels Ostfriesland-Ems und Vorsitzender der Ostfriesischen Bibelgesellschaft, begrüßten über 200 Besucher in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden. „Gemeinsam wollen wir das Reformationsjubiläum 2017 gleichsam einläuten und in diesem festlichen Rahmen die neue Lutherbibel vorstellen“, sagte Hilke Klüver. Die a Lasco Bibliothek sei ein würdiger Ort, um die überarbeitete Lutherbibel vorzustellen, das Buch der Bücher in einer Bibliothek zu präsentieren, sagte Klahr. Martin Luthers Anliegen sei es gewesen, dass alle die Bibel lesen könnten. „Warum? Weil wir darin von Gottes Liebe und sein Evangelium erfahren, von Jesus Christus als der Mitte des Glaubens“, sagte der Regionalbischof. Als Synodaler der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), freut sich Klahr, dass die Lutherbibel im Jubiläumsjahr bis zum 31. Oktober 2017 kostenlos als App zur Verfügung gestellt wird. „Luther war offen für neue Medien und hätte sich sicher darüber gefreut!“

Professorin Dr. Ursula Kocher von der Bergischen Universität Wuppertal stellte die neue Lutherbibel vor. Die Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Ältere deutsche Literatur gehört zum siebzigköpfigen Übersetzerteam, das sechs Jahre lang den Bibeltext der Lutherübersetzung überarbeitet hat. Kocher gab einen Einblick in den Überarbeitungsprozess und machte die Zuhörer neugierig auf die neue Bibelausgabe.

Bibelübersetzung – eine niemals abzuschließende Aufgabe

Martin Luther selbst habe die Übersetzung der Bibel als eine niemals abzuschließende Aufgabe betrachtet, die ihn von seiner Zeit auf der Wartburg 1521 bis zu seinem Tod 1546 begleitet habe. Wie die Übersetzer heute habe auch Luther im Team gearbeitet. Kocher berichtete von der bereichernden Zusammenarbeit von Theologen und Germanisten und zog das Fazit: „Eigentlich müsste man Luthers Aufforderung ernst nehmen und nach seinem Vorbild kontinuierlich und immer wieder mit dem Wort ringen.“ Kocher forderte dazu auf, die neue Bibelausgabe nicht als abgeschlossenes Werk zu betrachten, sondern als Worte, die gerade dadurch lebendig bleiben, indem sie beständig, „wie Wackersteine und Klötze“, wie Luther es formuliert habe, bewegt werden.

In jüngster Vergangenheit, im 20. Jahrhundert, seien fünf Überarbeitungen erschienen. In den drei Grundsätzen des „Dolmetschens“, wie Luther den Vorgang der Bibelübersetzung bezeichne, sei dieser nie endende Vorgang der Überarbeitung angelegt. Luther sei es in erster Linie darum gegangen, theologische Erkenntnisse in einem Deutsch „an den Mann“ zu bringen, das verständlich und eindrücklich gleichermaßen sei. Voraussetzung dafür sei die möglichst getreue Erfassung des Sinns des Ausgangstextes, um sich dann zu überlegen: „Wie redet der deutsche Mann in solchem Fall?“ Luther setzte in seiner Bibelübersetzung die Verständlichkeit an die erste Stelle. Die Sprache selbst aber sei in ständiger Entwicklung gewesen, so Kocher.

Bevor die Übertragung in die deutsche Sprache geschehen konnte, musste jeder Satz mit dem griechischen und hebräischen Urtext verglichen werden. Dazu lagen Luther die zur damaligen Zeit besten Texte vor, die sich aber wiederum von den heutigen Textvorlagen unterscheiden.

Wie zu Zeiten Luthers hatten auch die heutigen Bearbeiter des Bibeltextes sich drei Anforderungen zu stellen: Die wissenschaftliche Fundierung der Ausgangstexte, die geschichtlichen Gegebenheiten einer Übersetzung und die Lesbarkeit der Übersetzung.

Luthers Sprache gehört zum kulturellen Gedächtnis

Luthers Sprache gehöre mittlerweile zum kulturellen Gedächtnis, so sei man in vielen Fällen zum Luthertext von 1545 zurückgekehrt, wenn neuzeitliche Überarbeitungen zu einem fehlerhaften Text geführt hätten. „Nicht selten hatten Luther und seine Übersetzungsgruppe die beste aller Lösungen gefunden“, sagte Kocher. Dass man heute nach einer gründlichen Überprüfung in vielen Fällen zu Luthers Text von 1545 zurückgekehrt sei, sei für alle Beteiligten überraschend gewesen.

„Die Bibel, die Luther ins Leben rufen wollte, sollte in einer Sprache sein, die die Leser direkt und unmissverständlich erreicht, die wie in mündlicher Rede zum lesenden Christen spricht“, sagte die Germanistin und empfahl das laute Lesen der Bibel.

Ostfriesische Bibelgesellschaft unterstützt Bibelverbreitung

Der Geschäftsführer der Ostfriesischen Bibelgesellschaft, Alwin Pfanne, stellte die Ostfriesische Bibelgesellschaft (OBG) vor: „Uns liegt die Verbreitung der Bibel am Herzen, nicht nur, dass sie gedruckt vorliegt, sondern auch unter die Menschen kommt. So unterstützen wir verschiedene Aktionen, die Bibel ins Gespräch zu bringen, sei es die Mitfinanzierung von Bibelwochen und Kinderbibeltagen, oder das Verteilen von Themenheften zu Ostern und Weihnachten an die Tafeln.“ Die Ostfriesische Bibelgesellschaft besteht seit 178 Jahren und hat 127 Mitglieder, darunter 90 lutherische und reformierte Kirchengemeinden, ein Kirchenkreis und 36 Einzelpersonen. Innerhalb der Deutschen Bibelgesellschaft sei dies ein Alleinstellungsmerkmal, dass die OBG so viele Gemeinden als Mitglieder habe, freute sich der Geschäftsführer.

Der Gospelchor „Celebration“ unter der Leitung von Frauke Tillmann aus Neermoor hatte mit seinen musikalischen Beiträgen dem Abend einen festlich fröhlichen Glanz verliehen. Im Anschluss an den Vortrag gab es bei Getränken und „Lutherbrötchen“ die Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch.

BU 1: (Foto: Hannegreth Grundmann )

In der Emder Johannes a Lasco Bibliothek stellte Professorin Dr. Ursula Kocher aus Wuppertal (3.v.r.) die neue Lutherbibel den über 200 Besuchern vor. Dazu eingeladen hatten die evangelisch-lutherische und die evangelisch-reformierte Kirche mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (2.v.r.) und Präses Hilke Klüver (4.v.r.). Mit dabei waren außerdem der Vorsitzende der Lenkungsgruppe Reformationsstadt Emden, Andreas Docter (von links), der Kirchenpräsident der evangelisch-reformierten Kirche, Dr. Martin Heimbucher (2.v.l.), Pastor Lan Lüken Schmid und der Geschäftsführer der Ostfriesischen Bibelgesellschaft Alwin Pfanne (1.v.r.).

BU 2: (Foto Hannegreth Grundmann)

Professorin Dr. Ursula Kocher aus Wuppertal stellte in der Emder Johannes a Lasco Bibliothek die neue Lutherbibel vor. Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr moderierte die Aussprache zum Vortrag.

BU 3: (Foto: Hannegreth Grundmann)

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und Präses Hilke Klüver begrüßten die über 200 Besucher in der Johannes a Lasco Bibliothek zur Vorstellung der neuen Lutherbibel.