Präses Kurschus ist neue Aufsichtsratsvorsitzende

Wahlen bei der Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft

Stuttgart/Wittenberg. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, ist neue Vorsitzende des Aufsichtsrates der Deutschen Bibelgesellschaft. Sie tritt damit die Nachfolge des ehemaligen bayrischen Landesbischofs Dr. Johannes Friedrich an. Die 37. Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft tagte am Montag und Dienstag, 8. und 9. Mai, in der Lutherstadt Wittenberg. Professor Dr. Christoph Levin, Dozent für Altes Testament in der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität München, wurde von der Deutschen Bibelgesellschaft mit der Canstein-Medaille ausgezeichnet.

Kurschus erklärte zu ihrer Kandidatur: „Ich liebe die Bibel und mir liegt daran, dass sie möglichst viele Menschen erreicht. Dazu möchte ich gern durch die verantwortliche Mitarbeit in der Deutschen Bibelgesellschaft beitragen.“ Die 54-jährige Theologin aus Bielefeld ist bereits stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Hermann-Kunst-Stiftung. Die Stiftung unterstützt und fördert die Arbeit des Instituts für neutestamentliche Textforschung mit Sitz in Münster. Es ist mit der Deutschen Bibelgesellschaft durch die Herausgabe des Neuen Testaments in der griechischen Ursprache verbunden.

Als stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt: Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), Bischof der Nordkirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern, und Stefan Werner (Neulingen), Oberkirchenrat der badischen Landeskirche und ab 1. Juli Direktor des Oberkirchenrates der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Weitere Mitglieder des Aufsichtsrates sind der württembergische Oberkirchenrat Werner Baur (Mössingen), Thies Gundlach (Hannover), Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Michael Jung (Schwaigern-Stetten a.H.), Bereichsleiter Unternehmenskunden der Baden-Württembergischen Bank, Sebastian Knöfel (Doberschütz), Geschäftsführer der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig, Dr. Rolf Krämer (Hemmingen), Juristischer Vizepräsident der hannoverschen Landeskirche, Professor Dr. Christoph Levin (München), Professor Dr. Holger Strutwolf (Münster), Direktor des Instituts für neutestamentliche Textforschung, und Eva Thomi (Biel/Schweiz), Geschäftsführerin der Schweizerischen Bibelgesellschaft.

Erfolgreiche Neuerscheinung Lutherbibel 2017

Im Jahresbericht blickte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, auf ein erfolgreiches Jahr 2016, in dessen Zentrum das Erscheinen der revidierten Lutherbibel stand. „Mit der Markteinführung der Lutherbibel 2017 ab Oktober 2016 wurde eine wichtige Hürde genommen und zugleich die Revision der Lutherbibel als eines der Großprojekte der letzten Jahre erfolgreich abgeschlossen“ so der Theologe. Mehr als 300.000 Ausgaben der neuen Lutherbibel wurden bereits im vierten Quartal 2016 verkauft. Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Friedrich hob vor den rund 60 Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Bibelgesellschaften, evangelischen Freikirchen und christlichen Werken vor allem die mediale Aufmerksamkeit hervor, die die Neuerscheinung bekommt.

Zu den aktuellen Herausforderungen zählt Rösel die Weiterführung des BasisBibel-Übersetzungsprojektes und die Neugewinnung von Spenderinnen und Spendern für die Weltbibelhilfe. Zudem lasse sich momentan beobachten, dass klassische Formen des Bibellesens, etwa nach einem Bibelleseplan, eher zurückgingen. Offen sei, welche anderen Formen an ihre Stelle träten und wie sich das längerfristig auswirke.

Ehrung für das Engagement bei der Revision der Lutherbibel

„Glauben, Geschichte und aneignendes Verstehen“ gehörten in der Theologie Christoph Levins zusammen, erklärte Professor Dr. Christoph Kähler in seiner Laudatio zur Verleihung der Canstein-Medaille an den Münchner Alttestamentler. Levin wurde besonders für sein ehrenamtliches Engagement bei der Revision der Lutherbibel 2017 geehrt. „Wir erhoffen uns von ihm weitere Belehrung, sei es durch die wissenschaftlichen Durch- und Überblicke, durch Einzelprojekte oder den Ertrag wissenschaftlichen Denkens“, so der ehemalige Landesbischof Thüringens und Vorsitzende der EKD-Kommission zur Bearbeitung der Lutherbibel. Kähler hat 2015 die Canstein-Medaille bekommen. Sie wird für besondere Verdienste bei der Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit verliehen. Namensgeber ist Freiherr Carl Hildebrandt von Canstein. Er gründete 1710 in Halle die erste Bibelgesellschaft der Welt, die von Cansteinsche Bibelanstalt.

Vortrag von Professor Dietz zu „Sola scriptura?!“

Thorsten Dietz, Dozent für Dogmatik und Ethik an der Evangelischen Hochschule Tabor Marburg, hielt vor der Vollversammlung einen Vortrag unter dem Titel „Sola scriptura?! Martin Luther und die Autorität der Bibel für das christliche Handeln“. Er betonte, dass moderne Auseinandersetzungen um die prinzipielle Geltung der Schrift schnell den Blick dafür verstellen, wie der tatsächliche Umgang Luthers mit der Bibel in ethischen Fragen aussah. Luthers Schriftgebrauch könne in heutigen ethischen Debatten nicht einfach kopiert werden. Er sei aber weitaus anspruchsvoller und differenzierter, als in vielen heutigen Berufungen auf das reformatorische Schriftprinzip sichtbar werde.

RTM

Foto: (v.l.) Christoph Rösel, Johannes Friedrich, Christoph Levin, Christoph Kähler

Pressebilder von Präses Annette Kurschus finden bei der Evangelischen Kirche von Westfalen:
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