Lesen lernen mit der Bibel in Indonesien

Aktion der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft zum Erntedankfest

Stuttgart, 30. September 2013. „Viele Christen in Indonesien sind Analphabeten, obwohl sie Gottes Wort gerne lesen würden.“ Darauf weist der ehemalige württembergische Landesbischof Eberhardt Renz in der Erntedank-Aktion der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft hin. In ländlichen Regionen fehlt oft der Zugang zu einer staatlichen Bildungseinrichtung. Die Indonesische Bibelgesellschaft bietet daher in vielen Dörfern Leselernkurse mit der Bibel an.

„Nicht alle Menschen profitieren vom wirtschaftlichen Wachstum in unserem Land“, berichtet Harsiatmo Duta Pranowo, Generalsekretär der Indonesischen Bibelgeselschaft. Besonders in den abgelegenen Gebieten im Urwald der über 17.500 Inseln gebe es viele unterentwickelte Dörfer. Weil Schulen und Lehrer fehlten, sei die Zahl der Analphabeten dort hoch und es sei wichtig, die Menschen zu unterstützen.

Ein Bericht des Tübinger Theologiestudenten Christopher Pascher unterstreicht das Interesse an den Kursen. „Ich bin fasziniert von der Freude und dem Fleiß, mit dem die Christen anhand von Bibeltexten Lesen und Schreiben lernen, um Gottes Wort besser zu verstehen“, sagt Pascher, der in einem Auslandssemester die Leselernkurse im Dorf Kambong besucht hat.

„Die Lerngruppen waren sehr begeistert bei der Sache, ungeachtet der äußeren Umstände“, so der Theologiestudent. Zum Lernen sei nur abends Zeit, denn tagsüber müssten die Menschen auf Kautschuk- oder Reisplantagen arbeiten. Die Kurse werden an drei Abenden pro Woche in der Kirche abgehalten. Wenn es dunkel geworden ist, wird im Schein von Taschen- oder Öllampen unterrichtet, denn Strom durch dieselbetriebene Generatoren ist teuer. Am Ende des Leselernkurses erhält jeder Teilnehmende seine eigene Bibel.

Nach Angaben der Bibelgesellschaft wird in Indonesien zurzeit in 17 Übersetzungsprojekten gearbeitet. Zum Beispiel wird in der Mongondow-Sprache nach dem Neuen auch das Alte Testament übersetzt. Mongondow wird von einer halben Million Menschen in Nord-Sulawesi gesprochen. Die Bibel ist bisher in 30 indonesischen Sprachen vollständig übersetzt. Insgesamt werden im Vielvölkerstaat mehr als 700 Sprachen genutzt.

Die Weltbibelhilfe, Aktion der Deutschen Bibelgesellschaft, sammelt in Deutschland Spenden für die Arbeit der Bibelgesellschaften weltweit. Partner sind die im Weltverband der Bibelgesellschaften (UBS; United Bible Societies) zusammengeschlossenen Gesellschaften. Der Weltverband zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. In 70 Ländern mit mehr als 150 Projekten engagieren sich die Bibelgesellschaften für Leselernprogramme.

Weitere Informationen gibt es unter www.weltbibelhilfe.de

Ansprechpartner
Tobias Keil
Aktion Weltbibelhilfe
Tel: (0711) 7181 – 273
Fax: (0711) 7181553 – 273
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Fotohinweis: Weltbibelhilfe

Mit Leselernprojekten gegen häusliche Gewalt

Bibelgesellschaften zum Unesco-Welttag der Alphabetisierung

Stuttgart/Reading, 6. September 2013. Programme zum Lesen lernen mit der Bibel helfen in Lateinamerika vor allem Frauen ihre gesellschaftliche Situation zu verbessern und stärken sie im Kampf gegen häusliche Gewalt. Darauf weist der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS) aus Anlass des von der Unesco ausgerufenen Welttages der Alphabetisierung am 8. September hin.

Das Programm „Read to Live“ erreicht nach Angaben des Weltverbandes jährlich insgesamt 75.000 Männer und Frauen in Bolivien, Chile, Ecuador, Panama und Peru. Die Teilnehmenden werden dabei in den Kursen auch mit dem Thema häusliche Gewalt konfrontiert. Dabei zeigt sich nach den Erfahrungen der Bibelgesellschaften, dass besonders bei Frauen mit der Fähigkeit zu lesen und zu schreiben auch das Selbstwertgefühl steigt. Sie beginnen das Schweigen über Gewalt zu brechen und sich dagegen zu wehren.

Nach den Basiseinheiten mit einfachen Sätzen zum Lesen lernen, geht es in zehn Booklets um Bibelverse und Themen wie Gleichberechtigung, gegenseitigen Respekt, Kinderrechte, Kommunikation und Vergebung. Die Hefte liegen in Spanisch und in einigen einheimischen Sprachen wie Quechua und Chipaya vor.

„Das Wort Gottes sagt, dass jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau, einen Wert und eine Würde besitzt“, betont der Programmdirektor der Peruanischen Bibelgesellschaft Pablo Gutierrez. Das Alphabetisierungsprojekt anhand biblischer Texte sei ein mächtiges Werkzeug für gesunde Werte in den Familien und eine Gesellschaft, die auf Frieden und Gerechtigkeit basiert. „Die Studienhefte für ,Read to Live‘ sind so konzipiert, dass sie zum Nachdenken über Verhaltensweisen anregen, die zu Gewalt führen können“, erläutert Gutierrez.

„Alphabetisierung und die Prävention häuslicher Gewalt zu kombinieren gehört zu den besten Dingen, die die Bibelgesellschaft tun kann“, sagt auch Bricelda Gonzalez vom Ministerium für Sozialentwicklung in Panama mit Blick auf ein Projekt in der Region Ngöbe-Buglé an der Atlantikküste ihres Landes. „Wir hoffen, dass das Projekt fortge­setzt und erweitert wird, so dass häusliche Gewalt ein Thema der Vergangenheit wird“, so Gonzalez.

Der Weltalphabetisierungstag, in Englisch „World Literacy Day“, wurde erstmals am 8. September 1966 begangen. Der Beschluss dazu fiel auf einer Konferenz der Organisa­tion der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Teheran. Nach Angaben der Unesco gab es 2012 weltweit etwa 775 Millionen Analphabeten, davon zwei Drittel Frauen.

Mehr Informationen zu Alphabetisierungsprojekten und der weiteren Arbeit des Weltverbandes der Bibelgesellschaften gibt es unter www.weltbibelhilfe.de.

RTM

Bildnachweis: Weltbibelhilfe (Fotos aus dem Projekt „Read to Live“ in Bolivien)

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Neuerscheinung „Leben und Arbeit in biblischer Zeit“

Autor Professor Dr. Wolfgang Zwickel führt durch die Kulturgeschichte Israels

Stuttgart, 19. September 2013. Eine Kulturgeschichte auf der Grundlage archäolo­gischer Forschungen ist jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Calwer Verlag unter dem Titel „Leben und Arbeit in biblischer Zeit“ erschienen. Autor ist Professor Dr. Wolfgang Zwickel, Dozent für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er ist unter anderem an Forschungs- und Ausgrabungsprojekten in Israel beteiligt.

Die vorliegende Publikation wendet sich an eine große Öffentlichkeit, die mehr über die Ergebnisse der aktuellen Forschung erfahren will. „Ich bin der festen Überzeugung, dass umfassende Kenntnisse über die Lebenswelt des Alten und Neuen Testaments für eine sachgemäße wissenschaftliche Interpretation der Bibel unverzichtbar sind“, sagt Professor Zwickel. Das Anliegen des Autors ist es, dabei ein facettenreiches und lebendiges Bild vom Alltag zur Zeit der Bibel zu zeichnen.

In zwölf Kapiteln werden die Geschichte und Lebensbereiche im Heiligen Land dar­gestellt. Dabei geht es um Landschaften und Städte, Epochen der Menschheitsge­schichte, Landwirtschaft, Handwerk und Handel, Militär, Religion und das Leben im Alltag sowie die staatliche Entwicklung. Das Schlusskapitel steht unter der Überschrift „Leben und Tod“. Es zeigt die religiösen und kulturellen Vorstellungen, die mit der Geburt und dem Sterben verbunden waren. Erst im 2. Jahrhundert vor Christus habe sich allmählich die Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten entwickelt, erläutert Professor Zwickel.

Zum Handbuch wird der 246 Seiten starke Band besonders durch die rund hundert Ab­bildungen in Farbe und Schwarzweiß, tabellarische Übersichten und Landkarten. Be­deutende archäologische Funde aus dem Alltag, der Politik und dem Kult sind ebenso wiedergegeben wie Zeichnungen zu antiken Siedlungen und Werkzeugen. Abgebildet ist zum Beispiel das 1904 entdeckte Siegel von Megiddo aus dem 8. Jahrhundert vor Christus. Auf dem Siegel wird König Jerobeam II. erwähnt und das Fundstück ist damit das älteste Siegel überhaupt, das mit einer historischen Person verbunden werden kann.

RTM

Leben und Arbeit in biblischer Zeit
Eine Kulturgeschichte
Professor Dr. Wolfgang Zwickel
ISBN: 978-3-438-06218-5
Preis: 29,95 Euro

Baltikum: Die Bibel neu ins Gespräch bringen

„Bibelreport“ mit Schwerpunktthema Litauen und Estland

Stuttgart, 12. September 2013. Vom Besuch einer deutschen Gruppe bei den Partner-Bibelgesellschaften in Estland und Litauen berichtet die jüngste Ausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“. Vorgestellt werden die Pläne für drei Bibelzentren in Estland und die Arbeit für Kinder und Jugendliche in Litauen. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelge­sellschaft will die Zusammenarbeit mit den baltischen Bibelgesellschaften in den nächs­ten Jahren weiter ausbauen.

„Wir Esten haben ein großes Interesse an Geschichte“, sagt Jaan Bärenson, Generalsekretär der Estnischen Bibelgesellschaft. „An diesem Punkt wollen wir mit unserer Arbeit anknüpfen, damit besonders jüngere Menschen mehr über die reiche Tradition und lange Geschichte der Bibel – auch hier in unserem Land – erfahren.“ Dazu sollen in den nächsten Jahren drei Bibelzentren gegründet werden. Als Standorte hat die Bibelgesellschaft die Städte Jüri, in der Nähe der Hauptstadt Tallinn, Kullama im Westen Estlands und Kambja im Süden ausgewählt. Sie sind alle mit der Geschichte der Bibelübersetzung ins Estnische verbunden.

Die zehnköpfige Gruppe aus Deutschland lernte in Litauen unter anderem die Arbeit der Bibelgesellschaft für gehörlose Kinder kennen. Für den Religionsunterricht in einer Schule für gehörlose Jungen und Mädchen in Vilnius werden besondere Arbeitsbücher und Medien eingesetzt. Ein Film zum „Land der Bibel“ soll in die Gebärdensprache übersetzt werden. In anderen Projekten der Litauischen Bibelgesellschaft werden Kindergärten mit Kinderbibeln ausgestattet und ein Schülerwettbewerb zur Bibel organisiert. Für beide Initiativen sammelt die Weltbibelhilfe Spenden in Deutschland.

Weitere Themen des „Bibelreports“ sind ein Interview mit dem Generalsekretär der Pakistanischen Bibelgesellschaft, Anthony Aijaz Lamuel, zur Situation in seinem Heimatland und das Evangelium nach Maria in der Serie zu apokryphen Schriften des Neuen Testaments. Mit der Christophorus-Legende beschäftigt sich in der Rubrik „Bibel persönlich“ Pfarrer Dr. Johannes Friedrich, ehemaliger bayerischer Landesbischof sowie Verwaltungsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft.

Der „Bibelreport“ wird von der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) herausgegeben und berichtet über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt der Quartals­zeitschrift ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Über­setzung der Heiligen Schrift. Den Bibelreport als PDF zum Download gibt es auf www.weltbibelhilfe.de.

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In sieben Schritten durch die Josefsgeschichte

Bibelwoche unter dem Leitgedanken „… damit wir leben und nicht sterben“

Stuttgart, 16. September 2013. Sieben Abschnitte aus der Josefsgeschichte stehen im Mittelpunkt der Ökumenischen Bibelwoche 2013/2014. Der Leitgedanke lautet dieses Mal „… damit wir leben und nicht sterben“. Unter Überschriften wie geliebt und gehasst, gefürchtet und mächtig, versöhnt und versorgt bieten Begleitmaterialien Auslegungen, Literaturempfehlungen, Meditationshilfen, Gebete und Liedvorschläge für die Woche.

Die Geschichte von Josef und seinen Brüdern ist eine kunstvoll gestaltete Lehrerzählung aus dem Alten Testament. Josef, ein Sohn Jakobs, wird von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft und bewährt sich dort am Hofe des Pharao. Doch er vergisst seine Familie nicht und hilft ihr in der Not. Literaten und andere Künstler haben diese Erzählung immer wieder aufgegriffen, unter anderem der Schriftsteller Thomas Mann.

Im Leitgedanken „… damit wir leben und nicht sterben“ zeigt sich nach Ansicht der Autoren des Bibelwochenheftes Gottes Plan mit der Welt, wie er sich auch in der Josefs­geschichte offenbart. Trotz aller Unternehmungen von Menschen diesen Plan Gottes zunichte zu machen, habe sich dessen Absicht nicht geändert, heißt es in der Einleitung zu den Materialien. Die Josefsgeschichte zeige plastisch Ängste auf, ihre verheerende Wirkung und die erfolglosen Versuche, sie durch Gewalt zu überwinden. Doch es bleibe die Perspektive, dass Gott die Geschicke lenkt und somit alles menschliche Machtstreben ins Leere läuft.

Das Teilnehmerheft und das Arbeitsbuch für die Ökumenische Bibelwoche werden von der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG), der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) und dem Katholischen Bibelwerk herausgegeben und erscheinen bei der Neukirchener Verlagsgesellschaft. In einer Bibelwochenkonferenz der AMD wurden die Bibeltexte erarbeitet. Die sieben Abschnitte im Teilnehmerheft aus 1. Mose/Genesis 37 bis 50 werden nach der neuen Zürcher Bibel wiedergegeben. Zum Konzept der Bibelwoche gehört die Vielfalt methodischer und persönlicher Zugänge zu den Texten.

Die ersten Bibelwochen wurden in evangelischen Gemeinden in den 1930er Jahren veranstaltet. Seit mehr als 25 Jahren gibt es vermehrt ökumenische Bibelwochen. Laut einer Erhebung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zählten 2010 knapp 6000 Bibelwochen in den Gemeinden rund 200.000 Teilnehmende.

Die Materialien zur Bibelwoche können auf www.bibelonline.de bestellt werden.

RTM

… damit wir leben und nicht sterben

Ökumenische Bibelwoche 2013/2014 Bilder und Materialien zur Bibelwoche

(Arbeitsbuch) (Material-CD)

ISBN: 978-3-438-06729-6 ISBN: 978-3-438-06731 -9

Preis: 14,99 Euro Preis: 16,99 Euro

Ökumenische Bibelwoche 2013/2014

(Teilnehmerheft)

ISBN: 978-3-438-06728-9,
Preis: ab 1,99 Euro (Staffelpreise)

Wiederaufbau zerstörter Bibelläden in Ägypten

Deutsche Bibelgesellschaft ruft zu Spenden auf

Stuttgart, 26. August 2013. Die Deutsche Bibelgesellschaft ruft zu Spenden für den Wiederaufbau von Bibelläden in Ägypten auf. Zwei Buchläden der Ägyptischen Bibelgesellschaft sind am 14. August bei Ausschreitungen in den Städten El Minia und Assiut im Süden des Landes durch Brände zerstört worden. „Wir müssen die Ägyptische Bibelgesellschaft schnell und wirkungsvoll unterstützen, damit sie weiter allen Christinnen und Christen im Land die Bibel zugänglich machen kann“, betont der Geschäftsführer der Deutschen Bibelgesellschaft, Reinhard Adler.

Die Ägyptische Bibelgesellschaft berichtet, dass Mitarbeitende nicht verletzt wurden. Die Buchläden waren zum Zeitpunkt der Zerstörung geschlossen. Die Läden waren zwar durch Rollläden aus Metall gesichert. Trotzdem gelang es den Randalierern, diese aufzubrechen und Feuer zu legen. Die Fassaden und die gesamten Inneneinrichtungen wurden ein Raub der Flammen. Bibeln und andere Bücher mit Lehrtexten und christlichen Inhalten verbrannten.

Die Zerstörungen standen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen der Militär­regierung und der Muslimbruderschaft. Laut Bibelgesellschaft wurden die christlichen Buchläden aber nicht gezielt zerstört. „Es ist wichtig zu betonen, dass christliche Einrichtungen nicht die einzigen Opfer dieser Gewalt waren“, sagt Ramez Atallah, Generalsekretär der Ägyptischen Bibelgesellschaft. Zum ersten Mal in 129 Jahren der Arbeit sei die Bibelgesellschaft Opfer eines solchen Angriffs gewesen. Es sei der Angriff einer gewalttätigen Minderheit auf den Staat, verbunden mit dem Versuch das Land zu destabilisieren. Auch andere Läden und Geschäfte sowie Autos in der gesamten Umgebung der Bibelläden und Polizeistationen waren von den Zerstörungen betroffen.

Die Ägyptische Bibelgesellschaft will die Bücherläden nun so schnell wie möglich wieder aufbauen. Die Arbeiten für den Laden in El Minia werden nach ersten Schätzungen der Gesellschaft mindestens drei Monate dauern. In der Stadt Assiut könnten es mehr als vier Monate sein. In beiden Städten leben viele Christinnen und Christen und es gibt hunderte Kirchen, die auf die Bücherläden angewiesen sind.

Mehr Informationen auf www.weltbibelhilfe.de

Vollständige Bibel ist jetzt in 484 Sprachen übersetzt

Weltverband der Bibelgesellschaften veröffentlicht „Scripture Language Report“

Reading/Stuttgart, 29. Juli 2013. Die komplette Bibel mit Altem und Neuem Testament liegt jetzt in 484 Sprachen vor. Dies teilt der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) im aktuellen „Scripture Language Report“ mit. Zusätzlich ist das Neue Testament in 1257 Sprachen übersetzt und sind einzelne Schriften der Bibel in 810 Sprachen verfügbar. Damit liegt nun in 2551 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel vor. Sprachforscher gehen von weltweit mehr als 6500 Sprachen aus.

Grundlage für die Statistik ist der „Scripture Language Report“ des Weltverbandes für das Jahr 2012. Der Report erfasst alle Sprachen, in denen bis zum Jahreswechsel 2012/2013 mindestens ein Buch der Bibel veröffentlicht worden ist. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es neun neue vollständige Übersetzungen und 17 Neue Testamente. Für die einzelnen Weltregionen ergeben sich folgende Zahlen bei den vollständigen Übersetzungen: Afrika 189, Asien 146, Ozeanien 40, Europa 63, Lateinamerika 37, Nordamerika 8 sowie eine in der Plansprache Esperanto.

Zurzeit arbeiten die Bibelgesellschaften in rund 460 Übersetzungsprojekten. Seit dem Jahrtausendwechsel ist die Zahl der Sprachen mit vollständiger Bibelübersetzung um 101 gewachsen. Der Weltverband erwartet, dass 2015 einhundert der aktuellen Pro­jekte abgeschlossen sein werden. Dabei handelt es sich bei 45 Projekten um die erste Übersetzung in einer neuen Sprache, in 29 Sprachen sollen neue Übersetzungen den aktuellen Sprachgebrauch aufnehmen und in 26 Projekten geht es um Revisionen älterer Bibelübersetzungen. Möglich ist dies nur bei weiter starkem Engagement von Spenderinnen und Spendern weltweit.

Die Sprachen mit erstmals vollständigen Bibeln sind: Huallaga-Quechua (Peru), Saboat (Kenia), Nordost-Dinka (Südsudan), Tagwana (Elfenbeinküste), Sesotho (Südafrika), Kisongye (Demokratische Republik Kongo), Asante Twi (Ghana), Tschetschenisch (Russland) und Kunama (Eritrea).

Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche Bibelgesellschaft. Auf­gaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Unter­stützt wird die Arbeit durch die Weltbibelhilfe als Aktion der Deutschen Bibelgesell­schaft. Die Weltbibelhilfe sammelt Spenden in Deutschland für die Arbeit der Bibelge­sellschaften weltweit.

Weitere Informationen gibt es auf der Website www.weltbibelhilfe.de.

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Foto: Übersetzergruppe in Kenia (Bildnachweis: Weltbibelhilfe)

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Hoffnung für Waisenkinder

Weltbibelhilfe unterstützt Projekte in Äthiopien

Stuttgart, 19. Juli 2013. Bibelprojekte in Äthiopien stehen im Zentrum der aktuellen Spendenkampagne der Weltbibelhilfe. Die Aktion der Deutschen Bibelgesellschaft fordert zu Spenden für Audiogeräte mit Bibeltexten sowie Bibeln für Waisenhäuser und Kirchengemeinden auf. Außerdem werden Übersetzungsprojekte der Äthiopischen Bibelgesellschaft unterstützt, für die in einem Land mit rund 80 Sprachen außerordentliche Anstrengungen nötig sind.

Die Weltbibelhilfe berichtet, dass sich viele äthiopische Christen die Heilige Schrift in ihrer Sprache nicht leisten können. Sie seien auf die Hilfe der Äthiopischen Bibelgesellschaft angewiesen. Eine halbe Million Bibeln sollen dieses Jahr verteilt werden.

In vielen Sprachen gibt es laut Weltbibelhilfe bisher aber nur das Neue Testament. Deshalb werde zum Beispiel zurzeit das Alte Testament in die Sprachen Kambatta und Hadiyya übersetzt. Kambatta wird von etwa 600.000 Angehörigen einer Volksgruppe im Südwesten des Landes gesprochen. Zur Hadiyya-Gruppe gehören ebenfalls im Südwesten etwa 1,2 Millionen Menschen, die überwiegend die gleichnamige Sprache nutzen. Die ganze Bibel in den beiden Sprachen soll 2016 erscheinen.

Im Spendenbrief weist der ehemalige württembergische Landesbischof Eberhardt Renz auf die Not der Kinder in den Straßen der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hin. Um diesen Kindern ein Zuhause zu geben, haben engagierte Christinnen und Christen das „Leuchtturm-Waisenhaus“ eröffnet. Dort gehe es um mehr als nur die materielle Versorgung der Straßenkinder, so der Altbischof. Die Bibelgesellschaft sorge dafür, dass die Kinder im Waisenhaus die Bibel kennenlernen und daraus neue Hoffnung schöpfen können. Kinder, die nicht lesen können, hören die biblischen Ge­schichten mit einem Audiogerät, der sogenannten sprechenden Bibel.

Äthiopien steht laut „Index für menschliche Entwicklung“ der Vereinten Nationen auf Rang 173 der verglichenen Staaten und zählt damit zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung gehören einer christlichen Kirche an. Die meisten zählen sich zur Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Bereits im 4. Jahrhundert war das Land christlich geprägt. Zu den am schnellsten wachsenden Kirchen Afrikas gehört die äthiopische Mekane-Yesus-Kirche mit jetzt rund fünf Millionen Mitgliedern. Sie geht unter anderem auf die Arbeit der lutherischen Hermannsburger Mission zurück.

Weitere Informationen gibt es auf der Website www.weltbibelhilfe.de.

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Bildnachweis: Weltbibelhilfe